Weihnachten ist ein tolles Fest. Das Christkind oder der Weihnachtsmann legen jede Menge Geschenke unter den Lametta behangenen Christbaum, es gibt leckeres Essen, die Plätzchen, Lebkuchen und Stollen nicht zu vergessen. Bunte Lichterketten werden an den Häusern befestigt, Rentiere zieren Vorgärten, überall blinkt und funkelt es. Und die Kinder können es kaum erwarten, jeden Tag den Schokoladenadventskalender bis zur Bescherung an Heiligabend zu öffnen. Das ist Weihnachten - zumindest für viele Menschen.

Der eigentliche Sinn des Festes, also die Geburt Jesu Christi, scheint mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt zu werden. Auch das ist einer der Gründe, warum der Vohburger Johann Bauer das Buch "Als Weihnachten entstand" geschrieben hat. Er beschäftigt sich darin ausführlich mit dem Neuen Testament. Bauer betrachtet alles rund um Christi Geburt im Licht heutigen Wissens, wie es im Untertitel heißt. Und das durchaus mit einem kritischen Auge. "Manchen wird nicht gefallen, was sie da lesen", sagt er und fügt hinzu: "Das Buch soll durchaus provozieren und zum Nachdenken anregen."

Die Geburtsstunde seines Werks liegt etwa fünf Jahre zurück. Bauer weilte während der Adventszeit in Hamburg und in geselliger Runde wurde über Weihnachten und den ganzen Kitsch und Kommerz gesprochen. Also hat er spontan einen Vortrag über Weihnachten auf Grundlage der Bibel gehalten. "Zurück zu den Wurzeln", wie Bauer es formuliert. Der Vortrag hat bei den Zuhörern offenbar die Neugierde geweckt und laut Bauer eine Flut weiterer Fragen ausgelöst. "Wir haben bis nach Mitternacht diskutiert", erzählt er. Und irgendwann fiel dann der entscheidende Satz: "Schreib doch mal ein Buch." Vom gesagt bis zum getan war es allerdings kein leichter Weg. Als studierter Theologe hat Bauer einen gewissen Qualitätsanspruch und so begann die Recherche und die Quellenforschung. Akribisch hat er alle Bibelstellen als Fußnoten in sein Buch aufgenommen. Geschrieben hat Bauer vor allem abends und am Wochenende - sofern Zeit war. 2015 schloss er die Arbeit an dem Werk ab, doch die Suche nach einem Verlag gestaltete sich schwierig. Er hat viele Absagen erhalten. "Passt nicht in unser Programm" hieß es meist. Aber Bauer ließ sich nicht entmutigen. Im Frühjahr 2017 machte er sich auf den Weg zur Buchmesse nach Leipzig und klapperte alle Verlage ab, die religiöse Bücher verlegen. Mit Erfolg. Der Westext-Verlag zeigte Interesse und vom ersten Kontakt im Juni bis zur Veröffentlichung in diesen Tagen ging es rasend schnell.

"Es fühlt sich schon gut an", sagt Bauer und blickt auf das Taschenbuch in seinen Händen mit seinem Namen rechts oben im Eck. Er weiß, dass sein Werk kein Bestseller werden wird, aber er glaubt, dass es für alle Menschen, die ein wirkliches Interesse an Weihnachten haben, eine lohnende Lektüre sein wird.