Vohburg: Erwischt
Strafe muss sein: Falschparker werden in Vohburg aufgeschrieben, zuletzt am vergangenen Freitag. - Foto: Schabenberger
Vohburg

Belehrungsresistent sind die Vohburger - zumindest, was das Parken betrifft. Deswegen rückt die zuständige Frau von der Verkehrsüberwachung, die zur Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft gehört, gleich mit zusätzlichem Papier für die Strafzettel an. Davon muss sie in der Gegend rund um den Stadtplatz nämlich so einige verteilen.

"Ich bekomme da keine Provision, auch wenn das viele Menschen glauben. Aber es gibt einfach so viele Falschparker hier. Und die Ausreden sind immer die gleichen", erzählt die Verkehrsüberwacherin. Sie wären gerade erst gekommen, seien nur schnell weg gewesen oder es stünde ja nirgends, dass man eine Parkscheibe bräuchte. Das sind die Klassiker der Ausflüchte. "Das wird hoffentlich besser, wenn wir hier länger kontrollieren. Aber ich warte eh immer ein paar Minuten, bevor ich einen Zettel hinhänge. Ich bin ja auch ein Mensch", erklärt die Frau. Obwohl sie das eigentlich gar nicht müsste: Wer sein Auto verlässt, ohne eine gestellte Parkscheibe hineinzulegen oder länger als drei Minuten ohne eine solche anhält, hat sich eigentlich schon einen Strafzettel eingehandelt.

Aber man bekommt nicht nur einen Strafzettel, wenn man am Vohburger Stadtplatz ohne Parkscheibe parkt. Sondern auch, wenn man beispielsweise unerlaubterweise den Behindertenparkplatz benutzt, die Feuerwehreinfahrt blockiert, den Gehweg versperrt oder sein Auto entgegen der Fahrtrichtung abstellt.

Die Wenigsten reagieren freundlich, wenn sie feststellen, dass unter ihren Scheibenwischern ein weißer Zettel steckt. "Ich wurde zum Beispiel schon als Rindvieh beleidigt. Es gibt aber auch noch schlimmere Ausdrücke. Körperlich griff man mich auch schon an. Einmal wollte sogar jemand mit Krücken auf mich losgehen", erinnert sich die Verkehrsüberwacherin. Sie vermutet, die Menschen reagieren so sensibel, weil man sie auf ihren Fehler hinweist: "Welcher Mensch lässt sich denn gerne sagen, dass er etwas falsch gemacht hat - vor allem Männer von mir als Frau beim Thema Autofahren."

Spaß macht ihr der Beruf trotzdem. Die Frau arbeitete zuvor in einer anderen Branche und hatte dabei auch viel mit Menschen zu tun. Das mag sie an ihrem Posten als Verkehrsüberwacherin: Man fragt sie um Rat, wenn man sich unsicher ist. Sie geht auf alle zu und erklärt ihnen, wenn sie gerade dabei sind, einen Fehler zu machen. Außerdem schätzt sie die Abwechslung. Kein Tag ist gleich. Sie kontrolliert an verschiedenen Orten, nicht nur in Vohburg. Und kein Tag ist wie der andere: Manchmal muss die Verkehrsüberwacherin viele Strafzettel ausstellen. Dann gibt es wiederum Tage, da verteilt sie keinen einzigen. Aber nicht in Vohburg. Noch nicht.

Geblitzt

In Vohburg werden von der kommunalen Verkehrsüberwachung nicht nur Falschparker aufgespürt, sondern auch der fließende Verkehr wird überwacht. In den Monaten Juni bis August wurde zehnmal gemessen: Im Juni und im August jeweils an vier Tagen, im Juli nur an zwei. Kontrolliert wurde an Brennpunkten wie Kindergärten oder der Schule. Darüber hinaus wurde die Geschwindigkeit dort überwacht, wo sich Anwohner beschwert hatten. Auffallend war zum einen, dass manche Straßenabschnitte weit weniger „berast“ wurden, als von Bürgern geschildert. In der Regensburger Straße war nur ein Fahrzeug von 509 durchgefahrenen zu schnell. Am Ortsausgang von Oberdünzing hingegen wurden von 1503 Fahrzeugen 122 geblitzt. Monatsweise zusammengefasst wurden im Juni von 3468 Fahrzeugen elf als zu schnell gemessen, im August waren es 225 von 4436 und im Juli 50 von 1441.?sbl