Vohburg: Christian Pöppel gibt das Ruder ab
Egal ob zu Lande oder zu Wasser: Christian Pöppel hat sich immer für die Feuerwehr starkgemacht, auch wenn es manchmal nicht einfach war. Am Sonntag bei der Jahresversammlung tritt der langjährige Vorsitzende nicht mehr zur Wahl an - Foto: Zöllner
Vohburg

Trotz diverser Unstimmigkeiten geht Pöppel am Ende nicht im Streit, sondern vor allem wegen zunehmender beruflicher Belastung. „Außerdem soll wieder frischer Wind in den Verein kommen“, meint der Vater von drei Kindern. Wenn man sich bei dem Gedanken ertappe, „das machen wir wie immer“, oder: „das machen wir nicht, das lief damals schon nicht gut“, müssten Jüngere ran. Als aktiver Feuerwehrler bleibt er der Vohburger Wehr auch künftig erhalten. 20 Jahre lang war er Leiter Atemschutz und ist nach wie vor Gruppenführer.

Begonnen hat er seine Feuerwehrkarriere 1980, allerdings im Ortsteil Hartacker als Aktiver der dortigen Feuerwehr. Erst als es bei einer Serie von Brandstiftungen im Jahr 1982 bei seinem Nachbarn brannte und er, trotz Ausbildung, nicht mithelfen durfte, ging er zu den Vohburgern.

Zum ersten Mal einbringen konnte er sich dann als Mitglied des Festausschusses zur 125-Jahr-Feier im Jahr 1990. Kurz darauf, 1992, wurde er dann zum Stellvertreter des Vorsitzenden Willi Heinrich gewählt.

Seit 1998 ist Christian Pöppel nun an der Spitze des Vereins, die ersten zwölf Jahre von Winfried Liedl und seit 2010 von Martin Kaltenecker und Peter Schmidt als die jeweiligen Vertreter unterstützt.

Als Vorsitzender hat sich der Bäckermeister um das Vereinsleben gekümmert. Er organisierte so manchen Ausflug, führte ein Weinfest und Auftritte der Vohburger Prinzenpaare und der Faschingsgarden im Feuerwehrhaus ein. Am meisten am Herzen lag ihm aber immer die Nachwuchswerbung. Für die Jugendfeuerwehr hat er ein Programm eingeführt, um alle bei der Stange zu halten: Fahrten in Erlebnisbäder, Rafting und Schlauchbootfahrten auf der Donau sollen die Lust an der Feuerwehr erhalten. Dass man dabei auch „auf die Schnauze fallen“ kann, musste Pöppel Ostern 2015 erfahren: Er hatte alle Vohburger Jugendlichen ab zwölf Jahren zu einer Besichtigung der Berufsfeuerwehr Ingolstadt eingeladen, danach stand ein Kinobesuch auf dem Plan und schließlich Pizzaessen. Natürlich alles kostenlos. Gemeldet hat sich: niemand.

Während seiner Amtszeit wurde als größte Baumaßnahme auch der Anbau am Feuerwehrgerätehaus fertiggestellt. Der absolute Höhepunkt in all den Jahren waren aber zweifelsohne die Feiern zum 150-jährigen Gründungsjubiläum im Juni 2015. Statt, wie sonst üblich, mit Fahnenweihe und Festumzug, wurde, nach 20 Jahren Pause, wieder ein Kreisfeuerwehrtag organisiert. Mit überwältigendem Erfolg bei idealem Wetter. „Wer all die Aktionen und Attraktionen gesehen hat, kann sich die Arbeit vorstellen, die bei der Organisation dahintersteckt.“ Mehr als eineinhalb Jahre und in zahllosen Sitzungen habe das 18-köpfige Organisationsteam unter der Leitung von Peter Schmidt das Ereignis vorbereitet.

Insgesamt blickt der scheidende Vorsitzende auf teilweise bewegte, aber auch schöne Zeiten zurück. Natürlich habe es auch Querelen und Streitereien gegeben – doch letztlich habe er immer vermitteln können. „Alles für eine erfolgreiche Feuerwehr.“