Sind zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr: Pfaffenhofens Sparkassen-Vorstandschef Norbert Lienhardt (links) und sein Kollege Stefan Maier.
Sind zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr: Pfaffenhofens Sparkassen-Vorstandschef Norbert Lienhardt (links) und sein Kollege Stefan Maier.
Straßer
Pfaffenhofen
Vorstandschef Norbert Lienhardt glaubt nicht, dass seiner Bank durch den Zusammenschluss Wettbewerbsnachteile entstehen. Zwar könnten größere Institute Mehrwerte schaffen, Spezialistenteams gründen und Skaleneffekte ausnutzen, die neue Bank werde aber nicht alle Einsparungen an die Kunden weitergeben. "Dafür sind wir flexibler und dadurch leistungsfähiger", sagt er. Allerdings bleibt der Pfaffenhofener Sparkasse auch nichts anderes übrig, als mit der neuen Situation zu leben. Nach den gescheiterten Fusionsverhandlungen mit den Sparkassen Ingolstadt und Eichstätt vor zwei Jahren gibt es derzeit schlichtweg nicht mehr viele Möglichkeiten, sich mit einer anderen Sparkasse zu verbinden. "Das Ding ist gelaufen. Der Verwaltungsrat hat sich so entschieden, das muss man respektieren", sagt Lienhardt. "Es gibt derzeit keine Verhandlungen", ergänzt Maier. Er sehe in der neuen Situation aber auch Chancen.

Mit dem Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahrs sind Lienhardt und Maier jedenfalls sehr zufrieden, teilten sie am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz mit. Das schlage sich für vor allem in der Rekordbilanzsumme von knapp 1,4 Milliarden Euro (plus 4,41 Prozent) nieder. Die erneute Steigerung der Bilanzsumme sei laut Lienhardt unter anderem auf einen weiteren Anstieg der Kundeneinlagen auf 1,104 Milliarden Euro zurückzuführen. "Wir sind aber auch im Aktivgeschäft kräftig gewachsen", sagt der Vorstandsvorsitzende. Besonders erfreulich sei hier die erneute Steigerung des Kreditvolumens (Gesamtforderungen an die Kunden) auf 876 Millionen Euro. Die Kreditvergaben erhöhten sich 2017 auf 195 Millionen Euro. Besonders erfolgreich sei die Sparkasse bei der Wohnbaufinanzierung mit 118 Millionen Euro gewesen - ein Plus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Hauptertragsquelle ist nach wie vor der erwirtschafteter Zinsüberschuss, der allerdings Rückläufig ist. 21,7 Millionen Euro im Jahr 2017 gegenüber 23,3 Millionen Euro im Jahr zuvor. Dagegen habe die Bank die Provisionserträge aus Versicherungs-, Wertpapier- und Immobiliengeschäft sowie Bausparen und Zahlungsverkehr weiter steigern können - und zwar von 8 auf 9 Millionen Euro. Gleichzeitig steht der Sach- und Personalaufwand nun schon seit 10 Jahren bei rund 21 Millionen Euro - Betriebsbedingte Kündigungen und Filialschließungen seien nicht geplant. Außerdem setzt die Sparkasse in Zukunft verstärkt auf multimedialen Vertrieb und Kommunikation.

Unter dem Strich stehe 2017 für die Sparkasse Pfaffenhofen mit rund 14 Millionen Euro eines der besten Betriebsergebnisse vor Bewertung in ihrer Geschichte. Zugleich konnte die Eigenkapitalausstattung um weitere 7,2 Mio. Euro auf rund 155 Mio. Euro aufgestockt werden. Das gibt der Sparkasse, wie ihre Vorstände betonen, noch mehr Handlungsspielraum, gerade auch vor dem Hintergrund der zunehmenden Regulatorik und des anhaltenden Niedrigzinsniveaus.

Zum geplanten Bürogebäude in Reisgang haben die Vorstände noch keine Neuigkeiten. Allerdings sollen die dort entstehenden Büroflächen nicht von Sparkassenmitarbeitern genutzt werden - höchstens Übergangsweise, wenn in der Zentrale in der Innenstadt Sanierungsarbeiten anstehen. Eventuell könnten dort auch Mitarbeiterparkplätze entstehen.

.