Die: Die Natur als Leitthema
Wer hinterfragt, erfährt viel: Geisenfelder Erstklässler lassen sich von Monika Fischer (links), Manfred Sterz (hinten, von links) und Heinz Raith alles, was unklar ist, genau erläutern. - Foto: Ermert
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Frontalunterricht liegt Heinz Raith nicht. "Das hat mir selbst schon nicht gefallen - also mache ich das auch nicht, wenn ich der ,Lehrer' bin", sagt der Scheyrer Jagdpächter. Zusammen mit seiner Assistentin Monika Fischer hatte er gestern das Sagen am Landkreisstand auf der Gartenschau. Und das, obwohl ihm neben Bürgermeister Manfred Sterz auch noch dessen Stellvertreterin Katja Limpert und Geschäftsleiterin Sabrina Jany über die Schulter schauten. Raith störte das überhaupt nicht. Geduldig beantwortete er jede Frage. "Ich hoffe, dass es keine gibt, die wir über unseren Wald und unsere Tiere gestellt bekommen und nicht beantworten können", sagt der passionierte Jäger.

Und so deuteten die Geisenfelder Erstklässler, die gestern den Stand besuchten, mit Eifer auf den Fuchs, den Dachs oder das Hirschgeweih. Um die zehn Tierpräparate hatte Raith vom Bayerischen Jagdverband angefordert. "Die haben mich mit allerhand Infos gefüttert - und die gebe ich jetzt weiter", sagt Raith. Die Tiere sind das eine. Aber auch Waldfrüchte und eine ganze Reihe von Ästen vieler heimischer Baumsorten liegen auf dem Tisch. "Es ist schon komisch. Dazu will kaum jemand was wissen. Dabei kennt sich hier doch kaum einer aus", meint er. Also fordert er die Besucher auf, an der Douglasie zu reiben, um ihren Orangengeschmack zu riechen. "Deshalb setzt sie sich nicht durch. Weil die Rehe diesen Geschmack ungemein lieben."

Drinnen in der Hütte kümmert sich Anton Schrimpf vom Landesbund für Vogelschutz um die Gäste, die sich mehr für die gefiederten Waldbewohner interessieren. Und Manfred Sterz hat draußen genug Zeit, sich um die Gäste am Scheyrer Stand, den seine Mitarbeiterin Claudia Bayer federführend betreut, zu kümmern. "Wir haben uns die Natur zum Leitthema gesetzt", sagt Sterz. Und es sei eine Freude, sich mit den Besuchern über die Gartenschau, über Pfaffenhofen, aber eben auch über die angrenzende Südgemeinde zu unterhalten. "Wir haben uns viel einfallen lassen", versichert Sterz, damit es den Gästen nicht langweilig werden wird. Heute übernimmt Margit Grüner, die Organisatorin von Kunst im Gut, das Zepter. "Sie legt mit Kindern von der Anna-Kittenbacher-Schule Mosaike - und verbindet die Natur mit der Kunst", so Sterz weiter.

Morgen geht es mit einer Abordnung des Scheyrer Klosters weiter. Um 12 Uhr versammeln sich die Mönche zur Mittagshore. Sie stellen sich und ihre Arbeit vor - und stündlich gibt es eine Kostprobe des Klosterbiers. Die Bio-Landwirtschaft ist das Thema von Adelgunde Weichenrieder, die darüber am Donnerstag die Besucher informiert. Um 16 Uhr gibt die Basilika-Singschule eine Kostprobe ihres Könnens. Der Freitag ist dem Scheyrer Obst- und Gartenbauverein vorbehalten, der zum Kräuterbüschelbinden einlädt. Und am Wochenende kommen dann auch die weiteren Vereine zum Zug: samstags allen voran die Sportler und die Theaterspieler, sonntags dann der Heimatkreis und Hans Kern, die über die Wanderwege und den Planetenweg informieren. Ein Höhepunkt kommt zum Schluss: Am Sonntag ab 15 Uhr besucht Christine Reimer den Stand. Vielen ist die Tochter des Altbürgermeisters als Monika Vogl besser bekannt, die sie in der Serie "Dahoam is dahoam" verkörpert. Reimer beantwortet Fragen und gibt Autogramme.