Rohrbach: Feiner Jazz statt wilder Faschingsgaudi
Für alle Faschigsmuffel war am Samstag beim Konzert des Chris-Gall-Trios in Rohrbach der richtige Ort. - Foto: Schmid
Rohrbach

Was kann man als Kontrapunkt zu Helau und Alaaf bieten? Diese Frage hat das Incontri-Team am Samstagabend gekonnt mit Chris Gall und seinem Trio beantwortet und damit viele hartgesottenen Faschingsverweigerer nach Rohrbach locken können. Das erstaunliche an diesem Trio ist, wie Chris Gall verrät, dass die Musiker zwar schon seit Jahren immer wieder gemeinsam auftreten, sich aber nur sporadisch treffen. Zur Gruppe gehören neben dem Pianisten Chris Gall auch sein Bruder Peter Gall am Schlagzeug und der Kontrabassist Henning Sieverts. "Das Gute am Jazz ist die Improvisation", beantwortet er die Frage nach gemeinsamen Proben vor dem Auftritt. Ein Talent, das sie bei der Vorstellung seiner neuen CD "Cosmic Playground" grandios zur Schau stellen.

Chris Gall, der am renommierten Berklee College of Music in Boston sein Jazzstudium abschloss, entführt in diesem dritten Trio-Album in die unendlichen Weiten des Weltalls. So manchen Hintergrund eines Liedtitels, wie beispielsweise "Arthur Dent knows" erläutert er genauer, für alle, denen der Film "Per Anhalter durch die Galaxis" weniger im Gedächtnis ist. Nach rund 250 Konzerten als Gastpianist mit der Weltmusik-Formation Quadro Nuevo bereichert Chris Gall nun wieder das akustische Klavier-Trio an diesem Abend im Incontri. Zart beginnt Chris Gall am Flügel zu spielen und als Bassist und Schlagzeuger einzustimmen, trägt die Musik das Publikum sanft in die "Milky Way".

Für ihre verspielten und frischen Soli, sei es gezupft, geklopft oder ekstatisch gehämmert, ernten sie so auch immer wieder begeisterten Zwischenapplaus. "Bei Euch fühle ich mich immer unheimlich wohl", lobte Chris Gall sein Publikum freimütig und die Antwort zeigte deutlich, dass dies auf Gegenseitigkeit beruht.