Rohrbach: "Man braucht die eine Idee"
Freut sich über seinen dritten Platz bei "The Taste": Christian Kroiß, Chef im Landgasthof Zeidlmaier in Rohrbach. - Foto: A. Ermert
Rohrbach

"Die Herausforderung, die vorgegebenen Zutaten auf einen Löffel zu bringen und dazu den absoluten Geschmack zu finden, war nicht ganz einfach", schaut der Chef vom Landgasthof Zeidlmaier in Rohrbach auf dieses Erlebnis zurück. In der zweiten Finalrunde waren Ananas und Salbei als Hauptkomponenten vorgegeben. Das Hähnchenteil hat man dazu arrangiert, damit ein schönes Bild entsteht - denn "das Auge isst ja immer mit".

Es war schon ein hartes Stück Arbeit für Kroiß, bis diese Runde erreicht war, aber "es war eine tolle Zeit und ich war total positiv überrascht, dass es so viel Spaß gemacht hat". Obwohl die Nerven zum Zerreißen angespannt waren, bis der Chefjuror sein Urteil gefällt hatte.

Enttäuscht über den - geteilten - dritten Platz ist der Rohrbacher überhaupt nicht: "Freilich wär's schön gewesen zu gewinnen und 50 000 Euro sind ein schöner Betrag. Aber ich habe so viele nette Leute kennengelernt. Es war hart, aber kein stures Konkurrenzdenken, es war ein Miteinander und man hat vor seinen Mitstreitern den Hut gezogen, denn jeder erkannte, was der Einzelne da leisten musste".

Seine Schwester Sabine hatte ihn im Frühjahr ohne sein Wissen angemeldet, Kroiß hatte keine Ahnung, was auf ihn zukommen würde - aber gereizt hat es ihn schon. 40 Bewerber waren es im ersten Casting: "Ich habe einfach meinen Löffel gemacht, das war's dann schon und ich war in der nächsten Runde". Er ist dann hineingewachsen in diese Materie und von Runde zu Runde erkannte der 34-Jährige schneller, worauf es den Juroren ankam, die coachten und immer bereit waren, Tipps zu geben, abschmeckten und probierten und das I-Pünktchen draufsetzten. Mit Cornelia Poletto, Frank Rosin, Roland Trettl und Alexander Hermann standen den Kandidaten natürlich auch sehr erfahrene Sterneköche zur Seite.

"Doch man braucht schon erst einmal die eine Idee. Nicht immer fällt dir gleich das Richtige ein, was dazu passt. Dann muss man sich einen Plan machen und eine Struktur vorgeben, das ist alles nicht so einfach", erzählt Kroiß.

Es waren auch Hobbyköche dabei und da staunte Kroiß schon, was die für ein Fachwissen mitbrachten und er hatte großen Respekt vor ihnen: "Hut ab, dachte ich mir da manches mal". Der Gesamtsiegerin Lisa gönnt Christian Kroiß neidlos den Sieg: "Sie war wirklich sehr gut, sympathisch, sehr ruhig und sie hat verdient gewonnen, wenn es auch sehr eng zuging".

Für ihn war es eine tolle Erfahrung, rauszukommen aus dem Alltagsgeschäft, mal etwas komplett anderes zu machen. "Morgens um sieben Uhr in die Maske, man wird verkabelt, die Kameras müssen eingestellt werden. Ein enormer Aufwand, bis man dann endlich im Team von 10 bis 13 Uhr zum Kochen kommt. Dann muss alles gereinigt werden und dann beginnt das ganze Spiel von vorne fürs Solokochen". Harte Arbeit war das auf alle Fälle, meint Kroiß rückblickend, "aber schön war es und ich würd's wieder machen".