Reichertshofen: "Nicht mehr wegzudenken"
Gruppenbild mit Drehleiter: Pater Franz Purainer (Mitte) weihte das Fahrzeug, mit dabei waren auch Stellvertretender Landrat Anton Westner (Dritter von links) und Bürgermeister Michael Franken (Zweiter von rechts). - Foto: Vogl
Reichertshofen

Groß war das Interesse an dem neuen Rettungsgerät: Bereits am Nachmittag nutzten zahlreiche Besucher die Möglichkeit, die Drehleiter vorab in Augenschein zu nehmen. Auch etliche Vertreter anderer Ortsteilwehren waren gekommen. Zur Weihe war das Fahrzeug mit Girlanden feierlich geschmückt worden, und die Bierbänke im Gerätehaus waren fast bis auf den letzten Platz besetzt. Jürgen Lehner, Erster Kommandant der Reichertshofener Wehr, blickte kurz auf den zeitlichen Ablauf der Beschaffung zurück. Michael Thaller, der Zweite Kommandant, erläuterte anschließend die Details.

Im Januar 2016 hatte der Gemeinderat Reichertshofen einstimmig die Beschaffung der neuen Drehleiter beschlossen, da bei der damals 32 Jahre alten Drehleiter kostspielige Instandhaltungsarbeiten in Höhe von rund 80 000 Euro anstanden. Der Markt Reichertshofen kooperierte dabei mit der Stadt Pfaffenhofen und der Stadt Vohburg - wegen einer gemeinsamen Beschaffung. Im September 2016 erhielt die Firma Rosenbauer den Zuschlag bei der europaweiten Ausschreibung. Kommandant Lehner dankte abschließend noch allen Helfern und Unterstützern für die "sehr gute Zusammenarbeit".


Dass sich der Markt Reichertshofen mit Pfaffenhofen und Vohburg für die Beschaffung zusammengetan hatte, bezeichnete Bürgermeister Michael Franken (JWU) bei seinen Grußworten als "Glücksfall". Die Drehleiter sei mit einem Wert von rund 600 000 Euro nun das wertvollste Fahrzeug des Marktes. Im Ortsgebiet Reichertshofen gebe es an der B 300 oder an der A 9 immer wieder Brennpunkte, bei denen die Wehren zum Einsatz kommen. "Die Bürger wissen, dass sie sich auf die Reichertshofener Wehren verlassen können", so der Rathauschef abschließend.

Stellvertretender Landrat Anton Westner (CSU) ist selbst Mitglied und Ehrenmitglied bei der Reichertshofener Wehr. Er betonte, der Landkreis habe den Zuschuss gerne gegeben, da die Drehleiter auch überörtlich eingesetzt werde. Außerdem dankte er dem Freistaat Bayern für die großzügige Finanzspritze in Höhe von 247 000 Euro sowie den Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr für ihren selbstlosen Einsatz.

Die Drehleiter sei ein "nicht mehr wegzudenkendes Rettungsgerät", sagte auch Kreisbrandinspektor Christian Nitschke. Man habe ein Rettungswesen auf hohem Niveau. Pater Franz Purainer ging vor dem kirchlichen Segen noch auf das Busunglück nahe Münchberg und den G20-Gipfel in Hamburg ein, wo Feuerwehren in lebensgefährlichen Situationen Einsatz gezeigt hatten. Nach dem Weihesegen standen die Drehleiter sowie das Flachwasserschubboot "Bavaria 1" für Jedermann zur Besichtigung zur Verfügung.