Außerdem üben die FW-Mitglieder harsche Kritik an der Politik in der Gemeinde.

"Ein großer Verein unseres Ortes hat sich, obwohl zur Neutralität verpflichtet, direkt vor der Wahl mit einer Wurfsendung unberechtigter Weise in die Kommunalwahl eingemischt und dabei die Freien Wähler als unwählbar hingestellt und einige Mitglieder völlig zu Unrecht namentlich angegriffen", kritisiert Vorsitzender Reinhard Ruthemeier in einer Pressemitteilung. "In der Folgezeit bekamen einige Mitglieder auch anonyme Briefe, in denen sie beschimpft wurden. Das hat uns viele Stimmen gekostet."

Auch die Querelen nach der Kommunalwahl um den Kindergarten haben der Partei Sympathie und Stimmen gekostet, ziehen sie Bilanz. "Wir Freien Wähler haben den nötigen Reparaturen der Spielgeräte, einer Erneuerung der Außenanlagen und einer neuen Beschattung der Räume zugestimmt", heißt es in der Mitteilung. Die Neuanschaffung eines teuren Spielgerätes aber lehnten die Freien Wähler aus Kostengründen und als unnötig ab. "Dafür wurden wir in der Presse beschimpft und von einigen Mitbürgern als kinderfeindlich bezeichnet. Im Nachhinein geben uns die heutigen Begebenheiten recht: Die Gemeinde ist hoch verschuldet, für einen nötigen, neuen Kindergarten in Steinkirchen ist kein Geld vorhanden."

Die Freien Wähler hätten nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie es lieber gesehen hätten, zunächst die Schule zu sanieren und erst dann die Ilmtalhalle in Angriff zu nehmen, so der Ortsverein. "Leider ist es umgekehrt gekommen." Als Folge habe die Gemeinde Reichertshausen hohe Schulden angesammelt. "Die Gemeinde hat kein Geld mehr für beispielsweise soziale Aufgaben, wie den unbedingt nötigen sozialen Wohnungsbau", kritisiert Ruthemeier. "Heute im Jahr 2017 liegt die Haushaltssatzung noch immer nicht dem Gemeinderat vor, ist somit seit über acht Monaten überfällig", schreibt der FW-Vorsitzende weiter. Der Bürger werde bewusst in Unkenntnis über die finanzielle Lage der Gemeinde gelassen.