Pörnbach: Happy End für die Wildhund-Meute
Die Wildhund-Meute aus Pörnbach hat im Neuburger Tierheim ein neues Domizil gefunden, die Tiere sind sehr scheu. Tierheimleiter Gerhard Schmidt stellt ihnen deshalb ein großes Außengehege zur Verfügung. - Foto: Schanz
Pörnbach

Wie die neun verwilderten Hunde in die Obhut der Naturschützer gekommen sind, erzählt Tierheimleiter Gerhard Schmidt.

Sie haben etwas schakalhaftes an sich, die neun Hunde mit der braunen Brust, dem schwarzen Rücken, den wachsamen Augen und dem scheuen Wesen. "Die würden in freier Wildbahn ohne Probleme überleben, so wild wie die sind", erklärt Schmidt.

Wildhunde in Deutschland? Der Auftrag kam vom Veterinäramt Pfaffenhofen: Auf einem extrem verwahrlosten und zugewucherten rund 10 000 Quadratmeter großen Gelände in Pörnbach lebten die neun total verwilderten Hunde, Hühner und auch Gänse. "Die Hunde hatte wohl noch nie Menschenkontakt und wurden offensichtlich mit toten Schafen gefüttert. Die Schädel und Knochen lagen noch überall herum", erzählt Schmidt. Die Welpen habe die Besitzerin, die mittlerweile verstorben sei, offenbar "entsorgt", also erschlagen oder ertränkt, so seine Vermutung. Ursprünglich habe die Frau die Straßenhunde aus Südeuropa "gerettet" und bei sich aufgenommen.

Mittlerweile haben Schmidt und seine Mitstreiter die Tiere eingefangen, entfloht, kastriert, gechipt und entwurmt - doch: "Vermittelbar werden diese Tiere nie sein", sagt der Tierheimleiter. Er richtet für die Wildlinge nun ein eigenes großes Außengelände im Wald her, damit sie dort artgerecht leben können. Kaum ein Tierheim in Deutschland hat solch üppige Möglichkeiten.

Immerhin muss für die Unterkunft das Landratsamt Pfaffenhofen bezahlen. "Diese Fälle sind etwas außergewöhnlich und stellen uns vor Herausforderungen", sagt Schmidt. Mit fast 80 Hunden, 50 Katzen, 15 Pferden, dazu einigen Eseln, Schweinen, Ziegen, Hasen und Co. ist das Neuburger Tierheim gut belegt.