Pfaffenhofen: "Einmal den Lauth tunneln"
Stimmen sich auf das Duell mit den Löwen ein: Marco Weltschek (links) und Hans Starzer - Foto: McGinley
Pfaffenhofen
Wie schwer war es, die Mannschaft von 1860 nach Pfaffenhofen zu bringen?

Hans Starzer: Seit 20 Jahren ist es im Gespräch, dass die Löwen als unser Partnerverein mal zu uns kommen. Jetzt haben wir zum 150-jährigen Bestehen unseres Vereins ernst gemacht. Wir haben ein Schreiben formuliert und im Rahmen der offiziellen Feier hat Franz Maget, Vizepräsident des Vereins, die offizielle Bestätigung gegeben. Nur haben wir nicht gewusst, wann das Spiel stattfindet. Zunächst hieß es „irgendwann im Sommer“. Und dann hat man uns gesagt, dass sie am 12. Mai kommen. Also hatten wir ganze vier Wochen Vorlaufzeit. Das war eine entsprechend große Herausforderung, rechtzeitig alles zu organisieren.

Was für organisatorische Aufgaben fallen an?

Starzer: Bevor man die Spielankündigungsplakate drucken kann, braucht man Sponsoren, die bereit sind, etwas zu zahlen. Dann haben wir Genehmigungen von der Stadt gebraucht beispielsweise für den Gaststättenbetrieb und den Ausschank. Es gab Besprechungen mit der Stadt, der Polizei und der Feuerwehr, in denen man uns darüber informiert hat, was alles zu beachten ist. So muss es drei Ausgänge geben, und es dürfen – anders als beim Speedway-Renntag – keine Getränke in Flaschen verkauft werden.

 

Was für eine Mannschaft wird auflaufen?

Starzer: Der Trainer hat in Absprache mit dem Vorstand einen Kader zusammengestellt, der nicht nur aus Akteuren der Ersten Mannschaft besteht, sondern auch aus Personen, die sich um den Verein verdient gemacht haben.

Marco Weltschek: Es war nie ein Thema, dass wir uns von anderen Mannschaften Verstärkung holen und irgendwie mit einer Stadt- oder Landkreisauswahl antreten. Das liegt zum einen daran, dass die anderen Vereine noch im Punktspielbetrieb sind – wir haben unser fürs Wochenende angesetzte Rundenspiel auf Donnerstag verlegt. Zum anderen geht es bei diesem Spiel um das Vereinsjubiläum des MTV Pfaffenhofen, und da sollen schon eben Spieler unseres Vereins antreten. Das einzige, was wir diskutiert haben, war, ob wir unseren künftigen Spielertrainer Dominic Wagner im Rahmen des Spiels gegen die Löwen offiziell vorstellen und mitspielen lassen. Aber da er zeitgleich mit Jetzendorf spielt, hat sich auch dieses Thema erledigt.

 

Wie gehen die Spieler dieses einmalige Erlebnis an?

Weltschek: Ich bin mir sicher, dass jeder extrem motiviert sein wird. Es ist ja ein Traum, sich einmal mit diesen Spielern messen zu dürfen – alleine schon, einmal einen Zweikampf mit einem Bundesliga-Spieler zu führen. Ich bin sehr gespannt, ob man wirklich sieht, dass da ein ganz anderes Spielverständnis da ist – und auch auf die Art und Weise, wie die Profis untereinander kommunizieren. Da können wir sicherlich jede Menge lernen. Von der Einstellung her glaube ich schon, dass jeder von uns an seine Grenzen gehen wird.

Starzer: Wobei man da sicherlich die Grenzen ganz schnell aufgezeigt bekommt, bei neun Klassen Unterschied. Ich habe schon einmal gegen 1860 gespielt, mit dem A-Klassisten Bad Reichenhall. Für die Löwen haben damals noch Leute wie Rainer Berg und Bernhard Winkler gespielt. Wir haben 1:15 verloren.

 

Gibt es konkrete sportliche Zielsetzungen für das Spiel?

Weltschek: Mein Ziel ist, dass es einstellig bleibt – ich weiß, dass das ein sehr ehrgeiziges Ziel ist – und dass wir selber mindestens ein Tor schießen. Anders kann man so ein Spiel nicht angehen. Es bringt nichts, sich komplett hinten reinzustellen wie Chelsea.

Starzer: Mein Ziel ist, den Benny Lauth zu tunneln und mich dann auswechseln zu lassen. Mehr will ich gar nicht.

 

Wird von der Taktik und von der Formation genauso gespielt wie im normalen Ligabetrieb?

Weltschek: Die endgültige Entscheidung darüber liegt beim Trainer aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er alles umschmeißt. Ich denke, wir behalten unser System mit Libero bei. Das wird Überraschung genug sein für die Löwen.

 

Und wer deckt den Lauth?

Weltschek: Ich denke, dass machen unsere beiden Manndecker unter sich aus.

Starzer: Einfach je nachdem, wer links und wer rechts spielt. Das ist ja im Prinzip egal, denn der zweite Stürmer ist ebenfalls stark.

 

Was gibt es in Sachen Rahmenprogramm?

Weltschek: Wir haben den Löwen-Stadionsprecher Stefan Schneider verpflichtet. Er wird schon eine Stunde vor Spielbeginn im Stadion sein, ein bisschen Gaudi machen und die Zuschauer einstimmen. 1860-Präsident Dieter Schneider und sein Stellvertreter Franz Maget werden übrigens auch da sein. Nach dem Spieler gibt es ein Fan-Talk mit zwei Spielern, moderiert von Stefan Schneider. Dabei wird es auch Autogramme geben. In der Halbzeit gibt es zum einen eine Tombola, wo es ein Trikot und drei Bälle mit Autogrammen der Löwen-Spieler zu gewinnen gibt, zum anderen den „Goldenen Schuss“, wo Zuschauer von der Mittellinie aus aufs Tor schießen können.

 

Wie ist es für Sie als Löwen-Fan?

Weltschek: Für mich ist es vielleicht noch etwas aufregender als für alle anderen. Sonst sind die Sympathien bei uns in der Mannschaft leider stark bei den Roten. Wir haben drei Sechziger, vier bis fünf Dortmunder und der Rest Bayernfans. Es ist natürlich eine einmalige Sache, gegen die Leute spielen zu können, denen ich sonst im Stadion zuschaue. Ich bin ja oft dabei, sofern es mir möglich ist. Sowohl bei den Heimspielen als auch auswärts.

 

Wie viele Zuschauer erwarten Sie?

Starzer: Wenn man andere Freundschaftsspiele der Löwen als Maßstab nimmt, könnten es schon um die 1500 werden. Das Wetter soll ja ganz gut werden. Uns ist auch wichtig, der Stadt etwas zurück zu geben. Sie hat ja unseren Verein von Anfang an unterstützt.

Weltschek: Für die Stadt Pfaffenhofen, die ja leider nicht gerade gesegnet ist mit höherklassigem Fußball, ist es eine tolle Sache, mal ein Spiel zu haben, wo mehr als 50 oder 100 Zuschauer sind.