Eiszeit nach dem Bruch
Pfaffenhofen (PK) Der Ausflug zum Eislaufen endete im Krankenhaus: Die zehnjährige Maria Weichenrieder hat sich bei einem Zusammenprall auf der Eisfläche den Mittelfuß gebrochen. Ihre Familie beklagt, dass das Aufsichtspersonal des EC Pfaffenhofen sich nicht um die Verletzte gekümmert habe.

Inzwischen kann sie schon wieder lächeln: Maria Weichenrieder präsentiert ihren Gipsfuß. Nach einem Zusammenprall mit einem unbekannten Mann beim Eislaufen in Pfaffenhofen beklagt die Familie, dass sich niemand um die Verletzte gekümmert habe - Foto: Petri
Die Schmerzen im linken Fuß waren zunächst nicht so schlimm: „Ich hab’ gedacht, dass das eine Verstauchung ist“, erzählt Maria. Aufstehen ging jedoch nicht. Da niemand half, führte sie ihr 15-jähriger Bruder vom Eis. Als Mutter Adelgunde sie abholte, konnte Maria nur noch humpeln. Im Krankenhaus stellte ein Arzt fest, dass ein Stück vom Mittelfußknochen abgebrochen war. Seitdem trägt Maria Gips.
Vater Hans kann nicht verstehen, dass sich niemand um seine verletzte Tochter gekümmert hat. „Es hätte wenigstens mal jemand nachfragen können, wenn ein Kind dort sitzt“, sagt er. „Es muss doch auffallen, wenn einer vom Eis runterhupft“, meint Mutter Adelgunde.
Die Vorwürfe will der EC Pfaffenhofen nicht auf sich sitzen lassen. „Es war Personal da. Zwei Eismeister, von denen einer ausgebildeter Sanitäter ist, eine Dame an der Kasse und jemand im Gastronomiebereich“, sagt Karl Oexler, Vorsitzender des Vereins. Auch ein Erste-Hilfe-Koffer und eine Trage seien griffbereit gewesen. „Zu den Leuten ist niemand gekommen, ich habe mit allen gesprochen“, sagt Oexler.
Es sei eben nicht möglich, dass die Eismeister jeden Zwischenfall auf dem Eis bemerken. „Am Sonntagnachmittag herrscht immer ziemlicher Betrieb. Bei 200 Leuten fällt alle fünf Sekunden einer aufs Eis“, stellt er klar. Solange sich ein Verletzter nicht bemerkbar mache, könnten die ECP-Mitarbeiter nicht reagieren.
Generell sei sportliche Aktivität mit einem persönlichen Risiko verbunden. „Beim Eislaufen kommt es immer wieder zu Verletzungen“, meint Oexler. Haften müsse in diesem Fall die Krankenversicherung des Mädchens. „Wenn man sich im Freibad oder beim Skifahren verletzt, übernimmt das ja auch nicht der Bademeister oder der Liftbetreiber.“ Beim Amateursport sei grundsätzlich die eigene Krankenversicherung in der Verantwortung.
Auch an Florian Weiß, Stadtratsmitglied und zuständiger Referent für das Eisstadion, hat sich Adelgunde Weichenrieder gewandt. „Wir kennen die Schuldfrage nicht“, sagt der CSU-Politiker vorsichtig, der sich von Oexler ebenfalls über die Anwesenheit von Aufsichtspersonal aufklären ließ. „Es wäre ein Problem, wenn niemand da gewesen wäre“, meint Weiß. Bei einer Verletzung der Aufsichtspflicht könne das Vergehen strafrechtlich verfolgt werden.
Weiß sieht eine Verantwortung bei dem Mann, der mit Maria zusammengestoßen war. „Man sollte davon ausgehen, dass ein Erwachsener, der ein Kind umfährt, anhält“, meint Weiß. Es sei unglücklich, dass der Mann verschwunden ist. Verhindern könne man solche Unfälle aber nicht. „Das Risiko ist immer da – auch wenn die Aufsicht draußen steht.“
Von Alexander Petri
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