Pfaffenhofen: CSU will "aus Eventbürgermeister einen Exbürgermeister machen"
Angriffslustig: CSU-Ortsvorsitzender Florian Schranz (Foto) und Fraktionssprecher Thomas Röder attackierten Bürgermeister Thomas Herker und die SPD - Foto: Zurek
Pfaffenhofen
Vor 42 Mitgliedern blickte der Vorsitzende des Ortsverbands, Florian Schranz, auf ein Jahr, in dem man mit dem Ergebnis von Landrat Martin Wolf bewiesen habe: „Wir können trotz Herker und Käser noch Wahlen gewinnen.“

„Die Politik im Rathaus ist nicht sozialdemokratisch“, schoss er gegen die Genossen, denen er ein „parteipolitisches Schaulaufen ohne Fachbezug“ etwa in der Kita Burzlbaam vorwarf. Als CSU-Fraktion habe man sich hingegen geschlossen gegen eine massive Erhöhung der Kindergartengebühren gewehrt.

Zum potenziellen Nachfolger für Karl Straub im Kreisvorsitz habe man als Ortsverband Wolfgang Inderwies nominiert. Für die Stadtratswahlen sei bereits „ein Vorschlagspool von 45 bis 50 möglichen Kandidaten“ vorhanden, die – anders als es die SPD „weismachen will“ – noch nie ein Parteibuch brauchten, so Schranz.

Veranstaltungen im Rahmen des Projekts „Bürgerdialog – Heimat PAF“ werden fortgeführt, die ersten Bürgerbeiträge, die in der „Meinungsbox“ gelandet sind, werde man demnächst veröffentlichen, versprach der Ortsvorsitzende.

Im Stadtrat werde man weiter die „Finger in die Wunden“ legen, auch wenn Landrat und CSU im Allgemeinen vom SPD-Rathauschef immer wieder als „Lügner und Betrüger, Täuscher und Trickser“ dargestellt würden. Herker gebe sich zwar öffentlich eloquent und kompromissbereit, reagiere aber „dünnhäutig“ auf jegliche Kritik und trete dann in Internetportalen als „Wadlbeißer“ mit der „Kampfrhetorik der Jusos der 70er Jahre“ auf. Thomas Röder nach einer kontroversen Debatte um die Kindergartengebühren das „Du“ zu entziehen, weil „Sie Arschloch“ leichter über die Lippen gehe – das passe nicht zu einem Bürgermeister der Stadt Pfaffenhofen, sagte Schranz.

Auch dass Herker und Käser es „trefflich“ verstünden, Vorschläge anderer als ihre eigenen Ideen und Pflichtaufgaben als Neuerungen zu verkaufen – wie jüngst in der Debatte um das FSV-Vereinsheim – müsse den Bürgern deutlich gemacht werden.

Thomas Röder dankte seinerseits den Kollegen für die Unterstützung in seiner neuen Funktion als Fraktionssprecher. Man sei „in den letzten Monaten enger zusammen gerückt“ und man werde „wieder als eine aktive Partei wahrgenommen“, gab er sich überzeugt. Florian Weiß habe sich als Nachfolger für Wolf „unglaublich gut“ in die Fraktion integriert.

Röder schoss sich ähnlich scharf wie Schranz auf „Herker und Co“ ein und betonte, man werde weiterhin „mit erhobenem Zeigefinger“ erhöhte und „schön gerechnete“ Kulturausgaben anprangern, sich für soziale Themen engagieren, Fachwissen einbringen und damit „fehlgeleitete politische Anträge“ wie die Verlängerung des Christkindlmarktes zu Fall bringen.

Mit Blick auf die Pressemitteilung der JU zum Rechnungsprüfungsbericht appellierte Röder an die Jugend: „Prangert an, was euch nicht gefällt, ihr seid die kommende Generation unserer Politik“.