Pfaffenhofen: Mehr Rechte für Väter
Lediger Vater mit weiblicher Unterstützung: Herbert Limmer hat gestern am Pfaffenhofener Hauptplatz eine Mahnwache gestartet, mit der für die Gleichstellungen von Frauen und Männern bei Sorgerechtsfragen wirbt - Foto: Ermert
Pfaffenhofen
Aufgespannt hat es der Jetzendorfer Herbert Limmer – und der 37-Jährige wird in unmittelbarer Nähe zum Wasserspiel vor dem Rathaus dort zumindest in den nächsten Tagen über weite Strecken zu finden sein. Limmer sitzt in einem Campingstuhl, mal allein und mal in Begleitung. Er wartet auf Fragen der Vorbeigehenden und beantwortet sie offen. Denn der junge Mann hat eine Mission – und diese hat er in großen schwarzen Buchstaben auf sein Transparent geschrieben: Gleiche Rechte und Pflichten für ledige und verheiratete Elternteile ist Grundrecht eines jeden Kindes.

„Mein Sohn ist dreieinhalb Monate alt und ich habe ihn noch nicht gesehen“, nennt er sein persönliches Motiv. Davon ausgehend will er mitten in der Stadt auf die Meinung der Bürger einwirken – indem er redet, indem er Auskunft gibt, „indem ich hier sitze“, sagt er. Als rechtliche Grundlage seines Strebens nennt er ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem vergangenen Jahr, dass die „unzureichenden Rechte der Männer beim Sorgerecht“ moniert habe. „Männer und Frauen werden in verschiedenen Bereichen ungleich behandelt – und in diesem Fall sind die Männer schlechter dran“, führt er weiter aus.

Sein Protest ist legitim, angemeldet und offiziell abgesegnet. Limmer spricht von einer Mahnwache, das Landratsamt von einer „Versammlung“, die vorerst bis zum 2. Mai genehmigt sei. „Ich habe alles organisiert, dass ich es auch sechs Wochen oder länger durchziehen könnte“, kündigt Limmer an, nach Möglichkeit eine Verlängerung erwirken zu wollen. Bis zum nächsten Mittwoch wird er so gut wie immer am Hauptplatz zu finden sein. Nur übernachten wird er dort nicht. „Vom Campen bin ich abgekommen.“ Ansonsten hat er nicht vor, seinen Platz oft zu räumen. Lediglich am 1. Mai wird er sich erst ab 14 Uhr am Wasserspiel einfinden.

Die Zusammenarbeit mit Stadt und Landratsamt bezeichnet der 37-Jährige als „problemlos und gut“. Auflagen hat Limmer für seine Ein-Mann-Demonstration nicht erhalten – außer dass sie vorläufig am 2. Mai um 24 Uhr enden muss. Und solange sich der Jetzendorfer strafrechtlich nichts zuschulden kommen lässt, wird auch die Polizei nicht einschreiten.