Pfaffenhofen: Zustimmung trotz hoher Kosten
Schlaglöcher, Risse und Fahrbahnausbrüche charakterisieren die Straßen im Beamtenviertel momentan (oben). Nach der Sanierung soll es einen gepflasterten Gehsteig geben - Foto: oh; Repro: Mayr
Pfaffenhofen
Bürgermeister Thomas Herker (SPD) sprach von der „turbulentesten und bestbesuchten“ Bürgerversammlung der vergangenen vier Jahre. Wie so oft waren die Anwohner besonders an der Abrechnungspraxis interessiert. Auch die geplanten neuen Gehwege und ob der Komplettausbau überhaupt notwendig sei, bewegte einige Anwohner.

Obwohl der Straßenausbau schon im Stadtrat beraten worden war, versuchte der Bürgermeister jetzt zu erfragen, was die meisten der Anwohner wirklich wollen. Bei der Abstimmung am Ende der Versammlung zeigte sich, dass die grundlegende Sanierung nur von vereinzelten Anwohnern abgelehnt wird. Auch die geplanten Gehsteige wünschte sich eine große Mehrheit. Zusätzliche Fußwege, die allerdings eine Einbahnregelung in manchen Straßen nach sich gezogen hätten, kamen nicht infrage. Als Belag für die Wege sprachen sich die meisten für Betonpflastersteine aus. Bäume, wie von den Planern des Aichacher Ingenieurbüros Mayr vorgeschlagen, wurden einhellig abgelehnt.

Da die Straßen im Beamtenviertel allesamt als Anliegerstraßen klassifiziert sind, müssen die Anlieger einen größeren Teil der Kosten tragen als in einer Hauptverkehrsstraße wie der Scheyerer Straße. Während die Stadt dort 85 Prozent der für den Ausbau anfallenden Kosten übernehmen kann, sind es im Beamtenviertel nur 35 Prozent. Das ist in der Straßenausbaubeitragssatzung so geregelt. „Das ist die Obergrenze für uns, mehr können wir nicht übernehmen“, sagte Bürgermeister Herker. Eigentlich sehe die Satzung eine Aufteilung von 20 Prozent für die Kommune und 80 Prozent für die Anlieger vor. „Nach aktueller Rechtsprechung dürfen wir um bis zu 15 Prozent abweichen“, erklärte der Bürgermeister. „Das machen wir hier.“ Der genaue Beitrag, den die Anwohner zu leisten haben, hängt von der Immobiliengröße ab. Um den Anwohnern einen Näherungswert bieten zu können, hat die Stadt eine Behelfsrechnung aufgestellt. Der Näherungswert bezieht sich nur auf die Grundstücksgröße und ist bei zehn bis zwölf Euro angesetzt. Damit wollte sich eine Anwohnerin nicht zufriedengeben. „Ich hätte mir eine Musterrechnung gewünscht“, sagte sie. Die ist laut Auskunft der Stadt aber erst nach der genauen Ermittlung der Geschossflächen der einzelnen Gebäude möglich.

Andere Diskussionsteilnehmer wollten den Vollausbau dagegen gar nicht. „Als ich vor neun Jahren in die Kohnlestraße gezogen bin, sah sie gut aus“, sagte ein Bewohner. Löcher seien teilweise dilettantisch zugemacht worden. „Man konnte darauf warten, bis eine Komplettsanierung notwendig ist.“ Der Anwohner äußerte die Furcht, dass die teuer ausgebaute Straße bald wieder kaputt gehen könnte. Man baut Straßen heute anders als vor 40 Jahren“, entgegnete der Stellvertretende Stadtbaumeister Ernst Reng. „Wir haben 2005 herausgefunden, dass die Straßen von unten her saniert werden müssen.“ Neue Beschädigungen seien wegen der besseren Bauweise nicht zu erwarten. Deshalb seien die Bauarbeiten auch nicht günstiger zu haben. „Für die Hälfte des Preises könnten wir auch nur die Hälfte der Straßen machen“, erklärte Reng. „Wir können nicht einfach die Schichten dünner machen.“