Pfaffenhofen: Österlicher Wintereinbruch
Mit der Weihe des Osterfeuers auf dem Platz zwischen Kirche und Pfarrzentrum begann die Auferstehungsfeier.
Pfaffenhofen
Die alte Bauernregel „Aprilwetter und Kartenglück wechseln jeden Augenblick“ traf heuer ausgerechnet am Osterwochenende zu: Frühlingsblumen bekamen eine Schneehaube ab; die Biergärten, in die im März schon viele Besucher strömten, blieben leer. „Bei den kühlen Temperaturen waren die Leute nicht sehr unternehmungslustig, und auf den Straßen war entsprechend wenig los“, meldete ein Sprecher der Polizeiinspektion Pfaffenhofen.

Dicht gefüllt waren aber die Gotteshäuser, als in der Osternacht die Auferstehung des Herrn gefeiert wurde. In St. Johannes Baptist stellte Stadtpfarrer Frank Faulhaber die Auferstehung als neue Schöpfung in den Mittelpunkt seiner Osterpredigt. Ostern wische die Trauer um Verstorbene nicht einfach weg, erklärte Faulhaber: „Es sagt auch nicht: Das ist alles nicht so schlimm. Unsere Lebenswirklichkeit ist auch vom Tod und vom Sterben bestimmt.“

Das Leben nach der Auferstehung sei nicht nur ein „Weiter so“, vielmehr gehe es darum, dass Gott neu mache und verwandle, führte der Stadtpfarrer weiter aus. Die neue Schöpfung mache aus dem bildlich gesprochenen Herz aus Stein ein mitfühlendes Herz; in der Verwandlung von Trauer hin zu Freude und Dankbarkeit geschehe sie auch in der Begegnung von Maria von Magdala mit dem auferstandenen Christus, sagte Frank Faulhaber. „Tränen – die wird es immer geben, dort wo Menschen um einen anderen lieben Menschen trauern. Aber es geht darum, dass Ostern diese Tränen zu verwandeln mag. Auch das gehört zu unserem Leben: der Blick nach dem, was im Himmel ist.“

Menschen fahren in einem Schiff über das Meer, das Boot tanzt inmitten hoher Wellen, doch sie bringen es nicht zum Kentern: Das Motiv der diesjährigen Osterkerze sei ein Symbol dafür, dass man mitten in den Stürmen des Lebens in Gott geborgen sei, erklärte die evangelische Pfarrerin Christiane Murner in ihrer Osterpredigt in der Kreuzkirche. Während der Wind scharf in die Segel blase, stehe ein Schiffer an Bord, der das Boot in Balance halte und den Menschen allen Stürmen zum Trotz Sicherheit gebe, führte Murner aus. „Es wird sicher auch in diesem Jahr Kämpfe geben, die ich bestehen muss, vielleicht auch manche schmerzliche Veränderung – aber Gott ist bei mir; er hält mein Lebensschiff im Lot. Auch dann, wenn ich ihn nicht spüre, ist er an meiner Seite.“

Mit Gott zu reden, bedeute auch, den eigenen Kummer in einem anderen Licht zu sehen, erklärte die Pfarrerin, und das sei oft schon eine Befreiung. „Der Glaube an Gott hilft auch mit Stürmen, mit Verlusten und Kämpfen umzugehen. Er verleiht neue Kraft.“