Pfaffenhofen: CO2-Ausstoß pro Kopf halbieren
Wenig los, aber viel zu besprechen: Beim Auftakt zum „Großen Mitmischen“ in Sachen Klimaschutzkonzept erwartete die Besucher im spärlich besetzten Rathausfestsaal weniger Bürgerbeteiligung mit dem Einbringen von Ideen, als vielmehr ein technischer Vortragsabend. - Foto: Kraus
Pfaffenhofen
Beim Klimaschutzkonzept der Stadt Pfaffenhofen sollen bei zwei Expertenrunden im Juni und im Juli Maßnahmen entwickelt werden, um den Kohlendioxid-Ausstoß zu senken und die Energiewende zu schaffen. Grundlage dafür sind erhobene Daten, die von den beiden beauftragen Fachbüros nun zum Auftakt des Bürgerdialogs im Rathausfestsaal vorgestellt wurden.

Die erste Botschaft: Pfaffenhofen will die jährliche CO2-Emission pro Bürger auf ambitionierte drei Tonnen halbieren. Derzeit werden 6,7 Tonnen pro Kopf in die Atmosphäre geblasen. Das städtische Ziel ist damit deutlich höher gesteckt als das bayernweite, das nur eine Reduktion auf sechs Tonnen anpeilt. Und es ist nach den Hochrechnungen der beauftragten Planungsbüros bis 2030 realisierbar. Die Maßnahmen, um das Pfaffenhofener Ziel zu verwirklichen, sollen unter Beteiligung regionaler Experten am 16. Juni und 21. Juli bei den zwei Klimaschutzkonferenzen erarbeitet werden. Sie sollen noch heuer zu verbindlichen politischen Beschlüssen führen.

Die zweite Botschaft des Abends: Wichtigstes Handlungsfeld ist, dass Privatleute ihre Häuser dämmen und energetisch sanieren. Der Wärmebedarf der Haushalte hat nach den vorliegenden Zahlen den höchsten Anteil am Energieverbrauch. Er lässt sich ohne die Bereitschaft der Bürger aber nicht senken. „Wie machen wir den Hausbesitzern klar, dass es Sinn macht und sich rechnet“, fragte Referent Georg Höhn vom Energie- und Solarverein. Diese Frage sollen ebenfalls regionale Experten bei den Klimakonferenzen beantworten.

„Das Ziel ist, dass Sie sich beteiligen und ihre Stadtvision einbringen“, betonte Bürgermeister Thomas Herker (SPD) an die anwesenden Bürger gewandt. Am Auftaktabend blieb das „Große Mitmischen“, wie es von der Stadt angekündigt war, nur Theorie. Die Aufstellwände im Festsaal, an denen Besucher ihre niedergeschriebenen Ideen, Anregungen und Bedenken sammeln sollten, blieben ungenutzt – weil zu wenige Leute kamen für die in Pfaffenhofen gerne praktizierte Klebezettel-Demokratie. Stattdessen gab es eher technische Vorträge und eine konventionelle Frage-Antwort-Runde. „Wir haben mit mehr Leuten gerechnet“, sagte Willi Steincke von einem der Fachbüros, der die Bürgerbeteiligung betreut.

Die Resonanz auf den Informationsabend war in der Tat ernüchternd. Zwar waren 48 Teilnehmer zum Auftakt gekommen. Zieht man allerdings die Referenten, Stadträte, Verwaltungsmitarbeiter sowie Vertreter von Umweltverbänden und Parteien ab, blieben unterm Strich gerade mal zehn Bürger, die sich für das Thema interessierten. Künstler Manfred Habl, ebenfalls im Publikum, hat es treffend zusammengefasst, auch wenn er es in einem anderen Zusammenhang wohl ganz anders meinte: „Im Prinzip ist es kein großes, sondern ein kleines Mitmischen.“