Pfaffenhofen: Tanzen bis in den frühen Morgen
Foto: Andreas Schüler
Pfaffenhofen

Bei der dritten Veranstaltung mag man noch nicht wirklich von einer Tradition sprechen, wenngleich zumindest die Narrhalla mit diesem Stadtball ein großes Jubiläum feiern konnte. Sie befindet sich im 50. Jahr seit ihrer Gründung 1966 und ist damit die älteste Faschingsgesellschaft im Landkreis. Insgesamt war der Abend toll vorbereitet und organisiert. Ballsaalatmosphäre empfing die Besucher bereits am Eingang, wo jeder Gast fotografiert wurde, zur Begrüßung ein Glas Sekt bekam und von zwei charmanten Gardemädels an den Platz geführt wurde. Man sah den Gästen an, dass sie Spaß hatten und es genossen, sich mal wieder jenseits des Alltags mit Ballkleidern, Smoking und Anzügen chic zu machen und das Tanzbein zu schwingen.

Der Präsident der Narrhalla, Martin Schlicht, freute sich, im ausverkauften Saal über 250 Gäste willkommen heißen zu können. Dabei ging er, nachdem ihm anfangs die Mikrofontechnik einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte, auf das Jubiläum ein und dankte allen Beteiligten und Helfern. Schirmherr Hans Prechter erzählte, dass er ja mehr oder minder mit dem Fasching verheiratet ist, da seine Frau Marita bereits 1974 Prinzessin der Narrhalla war. Er freute sich, mit Thomas Röder, Martin Rohrmann (beide CSU) sowie Markus Käser und Julia Spitzenberger (beide SPD) einige, wenn auch wenige Stadtratskollegen begrüßen zu können. Prechters humoriges Fazit: "Bunt ist out - es geht langsam in Richtung schwarz-rote Koalition €. Vielleicht finden sich ja künftig doch noch mehr Kommunalpolitiker bereit, der Veranstaltung dabei zu helfen, dem Namen Stadtball noch ein bisschen mehr gerecht zu werden. Den Eröffnungswalzer übernahmen Hans Prechter und seine Gattin und schnell stieg das Publikum in den ersten Tanz mit ein.

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Es folgten Tanzrunde auf Tanzrunde, bei denen die Showband "Holledau in" das Publikum mit einer ausgewogenen Songauswahl begeisterte, auf die von Rumba, Cha-Cha-Cha, Jive, Fox, Blues bis hin zum Walzer alles getanzt werden konnte. Dabei war die Tanzfläche immer reichlich gefüllt. Verschnaufen konnte das Publikum erstmals beim Einmarsch der Narrhalla samt Garde, Elferrat, Präsidium und dem Prinzenpaar. Der erste Showhöhepunkt war der traditionelle Gardemarsch, der gewohnt anspruchsvoll und ideenreich von Bettina Schneider choreografiert war, die dieses Jahr auch gleichzeitig noch die Prinzessin ist. Zwölf Gardemädchen zeigten hier die hohe Kunst des Gardetanzes. Moderiert wurde dieser Showteil wie auch der später folgende von Hofmarschall Alfred Kopp. Es folgte der Prinzenwalzer ihrer Lieblichkeit Prinzessin Bettina I. und seiner Tollität Prinz Stephan III., die beide mit einer präzisen Choreografie, schönen Kostümen, tollen Hebefiguren und viel Charme überzeugten.

Erstmals auf dem Stadtball traten die Stachelbären in ihrer 3/5-Besetzung auf. Michael Eberle, Roland Andre und Claus Drexler stellten dabei in einer kurzen Sequenz ihre Sicht der Dinge über den Fasching an sich sowie den Stadtball und die Narrhalla im Speziellen dar und gingen ebenso auf die aktuelle politische Situation in Pfaffenhofen oder die Problematik im Umgang mit Veganern ein.

Nach einigen weiteren Tanzrunden merkte man kurz vor Mitternacht, dass sich Nervosität hinter den Kulissen breit machte. Die Mitternachtsshow der Garde stand an. Und dass dieses Knistern gerechtfertigt war, zeigte sich bei der Aufführung der Gardemädchen und ihrer Tänzer. Tanzschritte, Akrobatik, Hebefiguren und hohe Würfe wurden in einer Geschwindigkeit und Präzision aufgeführt, die einem fast den Atem nahm. Da zeigte sich der Lohn für die Mühen eines Trainings, das jedes Jahr von Mai bis zum Faschingsdienstag dreimal wöchentlich auch am Sonntag stattfindet. Und dies wurde vom Publikum an diesem Abend mit reichlich Applaus und Zugabenwünschen belohnt. So war es auch kein Wunder, dass sich Fred Kopp ausdrücklich bei Andrea Mischke für ihr jahrelanges Engagement und ihre Leistungen als Trainerin und Choreografin für den Showteil bedankte. Nicht zu vergessen ist natürlich auch der Showtanz des Prinzenpaares, das eine wunderschöne und witzige Darbietung mit Elementen von Swing, Boogie-Woogie und Rock'n Roll zum Besten gab. Hut ab! Die gute Stimmung hielt auch danach noch weiter an und so spielte die Band bis 3 Uhr nachts und die letzten Gäste fanden erst gegen 4 Uhr in der Früh den Weg nach Hause. Insgesamt war es war ein klassischer Schwarz-Weiß-Ball, bei dem der Spaß im Vordergrund stand, der wunderbar in den Stockerstadl und die Faschingszeit passt - und das ganz ohne Masken, rote Nasen und Faschingsklamauk. Weiter so, dann klappt es auch wieder mit der Tradition.