Frye-Weber, Petra, Pfaffenhofen
Pfaffenhofen
Eingangs führte sie die Vorsitzende des Heimat- und Kulturkreises, Ursula Beyer, durch die Innenstadt. Dabei besichtigten die rund 50 Gäste ein ehemaliges Bürgerhaus, den Kramerbräu sowie das Balthasar-Kraft-Haus – und konnten sich von den Bemühungen der privaten Hausbesitzer um den Denkmalschutz überzeugen. Abschließend stellte Susanne Fischer, Abteilungsleiterin im Bayerischen Landesamt für Denkmalschutz, ein neues kommunales Denkmalkonzept vor.

 

Wie Fischer ausführte ist das Konzept ein Angebot an alle bayerischen Kommunen, die sich mit ihrer historischen Identität auseinandersetzen wollen. An erster Stelle stehe eine denkmalfachliche Auseinandersetzung, in der neben Baudenkmälern auch bauliche und strukturelle Stärken der Gemeinde erfasst werden sollen. Anschließend werde der Handlungsbedarf identifiziert. Auf dieser Basis soll in Zusammenarbeit mit Politik, Verwaltung und im Dialog mit den Bürgern ein Ziel- und Maßnahmenkonzept mit Leitlinien und Handlungsempfehlungen erarbeitet werden.

Die enge Abstimmung mit den Bürgern ist Fischer ein Anliegen. „Das Engagement und die Liebe zur eigenen Stadt haben mich hier sehr beeindruckt“, lautete ihr Fazit nach dem Rundgang. Lob zollte sie Max Hechinger, der das Bürgerhaus in der Münchener Straße liebevoll restauriert und umgebaut hat. Ebenso angetan war sie von Wolfgang Eichenseher, der das Haus von Kirchenkünstler Balthasar Kraft in der Scheyerer Straße aufwendig restaurieren möchte. Er stellte den Denkmalschützern und Vertretern aus Verwaltung und Politik die geplanten Maßnahmen vor.

Auf großes Interesse stieß auch die geplante Restaurierung des ehemaligen Kramerbräu in der Sonnenstraße. Dabei beklagte Eigentümer Max Hechinger, dass er bereits seit längerer Zeit mit den für den Denkmalschutz zuständigen Behörden um eine befriedigende Lösung für den Dachausbau ringe. Ohne die genauen Details zu kenne, glaubte Fischer, dass mittelfristig bestimmt eine für alle Seiten optimale Lösung gefunden werden könne. Dabei appellierte sie weiterhin an die Dialogbereitschaft des Bauunternehmers, der wiederum etwas entnervt darauf verwies, dass die Frage nun schon seit über einem halben Jahr im Raum stehe.

Nicht jedes Bauwerk, das auf der Runde zu sehen war, erhielt Beifall der Denkmalschützer. So wertete Fischer Form und Dimension der Neubauten von Bortenschlager und Sigleck am Hauptplatz zwar gelungen. „Schwierig“ hingegen bezeichnete sie das Verhältnis von Mauerwerk und Fenster sowie Material von Fassade und Fenstern. Zum Vergleich zog sie als positives Beispiel die zuvor besuchte Stadtpfarrkirche St. Johannes Baptist heran. Dort sei das gotische Bauwerk im Barockstil ausgestaltet und das Altargemälde stamme aus dem 19. Jahrhundert, erläuterte Fischer. „Dennoch ergibt sich für die Besucher ein stimmiges Raumgefühl“, so die Expertin. Gleiches sei auch für den Hauptplatz erstrebenswert.

Damit stellte sie klar, dass es nicht das Anliegen des Denkmalschutzes sei zu historisieren. „Entscheidend ist, dass sich für das Auge ein geschlossenes Ganzes ergibt. Das klingt wissenschaftlich, ist aber etwas, das jeder spürt.“