Gegen den Strafbefehl hatte der Unfallfahrer Einspruch erhoben.

Walter P. (alle Namen geändert) ist zur Verhandlung als Zeuge und Nebenkläger mit seinem Anwalt erschienen. Die Gehbeschwerden sind ihm anzusehen, er humpelt, auch noch nach eineinhalb Jahren. Nicht verwunderlich: Sein Bein und die Gelenke wurden mehrfach gebrochen. Auch das Gestänge des Rasenmähers ging zu Bruch. Von all dem will Ulrich M., 70, nichts mitbekommen haben, als er, so wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor, "nicht den erforderlichen Seitenabstand zum Geschädigten" einhielt, obwohl er ihn wahrgenommen habe.

Die Anklage geht davon aus, dass der Autofahrer den Unfall bemerkte und damit rechnen musste, dass ein Schaden entstanden ist. Dennoch sei Ulrich M. weitergefahren. Amtsgerichtsdirektor Konrad Kliegl hält dem Angeklagten vor, bei der Vernehmung durch die Polizei erklärt zu haben, er hätte ein Geräusch gehört. "Wie von einem kleinen Stein", rechtfertigt sich der Angeklagte. Sein Anwalt scheint auch den Unfallhergang infrage zu stellen, obwohl ein Sachverständiger den Ablauf rekonstruiert hat. "Nach Aktenlage", erklärt der Richter dem Verteidiger, "ist es genauso gewesen, wie es in der Anklage steht." Der Verteidiger besteht darauf, dass der Gutachter vor Gericht befragt wird. Der war zum Termin zwar geladen, hat sich aber entschuldigt. Die Verhandlung mit Vernehmung auch des Opfers wurde deshalb auf Anfang März vertagt.