Pfaffenhofen: Russische Stimmgewalt
Das Vokalensemble Harmonie bot russische Gesangskunst in Perfektion. - Foto: Gruber
Pfaffenhofen

Und so war das Publikum durchwegs begeistert von den Darbietungen des Vokalensembles Harmonie unter der Leitung des Dirigenten Alexander Andrianov.

Im ersten Teil trugen die Sänger geistliche Lieder vor, beginnend mit einem Choral aus dem 15. Jahrhundert, gefolgt von einem "Geistlichen Konzert zum Heiligen Nikolaus". In diesem Kirchengesang aus dem 14. Jahrhundert zeigte sich das Können der Sänger, noch mehr im "Gott, sei bei uns" mit dem ehrfürchtigen Halleluja, anschwellend vom Pianissimo zum Fortissimo und dann wieder sanft im Piano verklingend. Und die Sänger glänzten auch als Solisten, so bei "Dreimal Heiliger, erbarme dich unser" oder "Gott liebt uns".

Im zweiten Teil wurden vor allem Volkslieder zu Gehör gebracht, so "Im dunklen Wald" oder "Kosakentraum". Beim Lied vom verliebten Kaufmann glänzte der Tenor und erhielt stürmischen Beifall. Das "Hej uchnem" ließ das Näherkommen der Wolgaschlepper im Piano hörbar werden, anschwellend im Vorbeiziehen und wieder im Pianissimo verklingend in der Ferne - beeindruckend. Wie ein Vater schließlich doch seine Zustimmung zu einem verliebten Paar gibt, erfuhr man im nächsten Lied, in dem der Tenor die weibliche Rolle mit glasklarer Kopfstimme vortrug und aus dem grantigen Bass des Vaters zuletzt doch die gütige Zustimmung zu hören war.

Mit dem Abschiedslied der Kosaken endete das offizielle Programm, doch der Beifall wollte nicht enden, und so trug der Chor noch zwei weitere Lieder vor, das zweite als Abschiedsgeschenk in deutscher Sprache: "Guten Abend, gut Nacht". So wunderschön und gefühlvoll, dass man es gerne im Herzen mit nach Hause nahm.