Julika Sandt, FDP-Mediensprecherin im Landtag, bei ihrem Vortrag in Pfaffenhofen. - Foto: Ermert
Pfaffenhofen
Am Anfang stand die Frage nach Definitionen. Was ist Cyber-Mobbing? Wie funktionieren Social Networks? Wer kann sich unter Happy Slapping etwas vorstellen? "Was für Jugendliche zum Alltag zählt, ist nicht jedem Erwachsenen geläufig", startete Sandt ihre Einführung. Gegenseitiges Diffamieren im kaum überschaubaren Netz, die freiwillige Weitergabe persönlicher Daten, das öffentliche zur Schau stellen eher peinlicher Momentaufnahmen oder das Filmen und Verbreiten von Schulhof-Schlägereien brachte sie zur Sprache. "Bikinibilder und Partyfotos kommen einem Schüler cool vor, können bei einer Bewerbung aber hinderlich sein", warnte die Abgeordnete vor unbedachtem Umgang mit Daten und wies auf das Recht am eigenen Bild hin.

Sie wolle nicht den Eindruck erwecken, als sei alles schlecht, was im Internet vor sich gehe, so Sandt. "Im Gegenteil, denn sich kreativ beteiligen, sich mitteilen und Neues lernen – all das ist toll." Umso wichtiger sei es, den Kindern das Rüstzeug für ihre Reise durch das weltweite Netz auf den Weg zu geben. "Da sind Eltern gefragt, die sich einlassen und mit den Kindern die Neuerungen ausprobieren", sagte sie. Aber auch die Schulen nahm sie in die Pflicht. Bei der Lehrerausbildung sei es wichtig, die Medienkompetenz als Ausbildungspunkt aufzunehmen.

Computerspiele stehen arg in Misskredit. So eröffnete Julika Sandt ihren letzten Hauptpunkt. "Aber nicht jeder Amokläufer spielt Ego-Shooter – so wie nicht jeder ein Sportschütze ist", warb sie für Toleranz. Es sei wichtig, die Angebote in der realen Welt (Ganztagesschulen, Freizeitgestaltung) zu verbessern, um der virtuellen Ebene auf Augenhöhe begegnen zu können.

"Es geht darum, Vertrauen zu schaffen: zwischen Schülern und Lehrern sowie zwischen Eltern und Kindern", forderte Schulamtsdirektor Schwärzer wie alle Anwesenden im Raum keine technischen Restriktionen, sondern Aufklärungsarbeit. "Wir müssen diesem unpersönlichen Medium auf ganz persönliche Art begegnen und es dadurch in den Griff bekommen." FDP-Kreisvorsitzender Josef Postel warnte davor, in Foren oder Social Networks Persönliches preiszugeben. "Diese Spuren sind nicht mehr zu tilgen. Also gilt es die Kinder zu informieren und ihren Blick dafür zu öffnen – und da sind wir alle gefragt."