Laut Zartner sei die Ansicht von Bürgermeister Thomas Herker und SPD-Kreischef Markus Käser, Pfaffenhofen werde mit diesem Regionalmanagement nicht genügend berücksichtigt, schon deshalb falsch, "weil die für das Management zuständige Agentur IRMA nur solche Projekte durchführen darf, die für alle beteiligten Landkreise von Nutzen sind."
 

Die Politik, die Herker und Käser einschlagen wollen, gefährde viel mehr die Position der Kreisstadt, glaubt die Junge Union. Eine Anlehnung an den Münchener Raum, was durch die Mitgliedschaft bei "Greater Munich" bereits geschehen sei, widerspreche den Anstrengungen für die Region. "Man muss bedenken, dass eine 25 000-Einwohner-Stadt wie Pfaffenhofen nicht mehr wird ausrichten können, als eine 40 000-Einwohner-Stadt wie Germering, die jetzt schon hoffnungslos im Münchener Speckgürtel verschwindet", gibt die Junge Union zu bedenken. "Es wäre also ein Trugschluss zu glauben, die Stadt Pfaffenhofen könne sich ohne Weiteres im Münchener Ballungsraum profilieren."

Über das Logo der Initiative könne man indes streiten. "Natürlich hätte Pfaffenhofen dort einen besseren Platz verdient", meint Zartner. Allerdings brauche es die geografische Verortung in Richtung einer bundesweit bekannten Stadt wie Ingolstadt, damit die Region wahrgenommen werden könne. "Anstatt sich nun darüber zu ärgern, sollte der Bürgermeister lieber nachhaltiges Engagement beweisen und sich dafür einsetzen, dass die Kreisstadt stärker in der Region hervortritt", fordert die Junge Union. "Bürgermeister Herker muss mehr Unternehmen aus dem Stadtgebiet für eine Zusammenarbeit mit dem Regionalmanagement gewinnen, sei es in Form einer Mitgliedschaft oder durch die Mitarbeit in Projektgruppen der IRMA. Nur so könnte die Stadt daraus Profit ziehen, sich stärker positionieren und die Synergieeffekte dieses Regionalmanagements nutzen."

Da Pfaffenhofen in den nächsten Jahrzehnten zurückgehende Bevölkerungszahlen verzeichnen werde und dessen Bürger lieber nach Ingolstadt oder München zum Einkaufen fahren würden, als in der Stadt zu bleiben, brauche es ein nachhaltiges Regionalmanagement. "Das Potenzial ist groß: Es gibt Innovations-, Ausbildungs- und Kulturoffensiven, man könnte nachhaltige Projekte wie die kleine Landesgartenschau gut vermarkten, gezielt Unternehmen ansiedeln und so endlich die so dringend benötigten jungen Familien zum Verbleib bewegen. Dann könnte die Stadt ihr Image einer attraktiven, lebens- und liebenswerten Stadt behalten", glaubt Zartner. Dafür sei aber Teamarbeit wichtig: "Erhöhungen der Grundsteuer helfen dabei genauso wenig weiter wie sinnlose Wichtel-Aktionen". Sollte sich die Stadt Pfaffenhofen diesem Regionalmanagement verweigern und sich für eigene unsichere Wege entscheiden, so die JU, "wird sie am Ende das erreichen, was sie eigentlich vermeiden wollte: Isolation statt Wachstum."