Mit Farbstiften und Feuereifer
Pfaffenhofen (PK) „Ich brauche den Kleber!“ „Wer hat die rote Farbe“ „Meine Mama holt mich bald wieder ab!“ Mit roten Wangen basteln neun Kinder – sie haben sich eben erst im Bastelzelt neben der Wichtelhütte auf dem Christkindlmarkt kennen gelernt. Und die Kleinen sind voll bei der Sache.

Begeisterung beim Basteln im Zelt auf dem Pfaffenhofener Weihnachtsmarkt: Die Kinder werden aufmerksam umsorgt von den Betreuerinnen. Da können Mama und Papa gern einen Abstecher zum Glühweinstand machen – oder zum Wichtelstand gehen, um Geschenke auf die Reise zu schicken - Foto: Eibisch
Das Material dazu liegt auf dem großen Basteltisch: Buntpapier, Packpapier, Filz, Buntstifte, Farben, Holzrohlinge, Glitzersterne – alles, was die Kinder so zum Basteln brauchen.
Eine Betreuerin stanzt gerade Sterne aus, mit einer Art Bürolocher geht das gut. Sie nimmt Goldfolie und im Handumdrehen hat sie wieder 20 Goldsterne produziert: „Die nächsten machst du aber selbst“, sagte sie zur vierjährigen Sarah
Neben ihr sitzt die neunjährige Anne aus Pörnbach: „Soll ich dir den Stern beschriften – ich kann das, ich bin nämlich die Lesekönigin in meiner Schulklasse“, erzählt sie stolz. So einigen sich zwei Kinder, wie der Wunschzettel aussehen soll.
Überhaupt – die Kinder bestimmen hier, was sie machen wollen und wie das zu geschehen hat. Die Betreuerinnen halten sich zurück und geben nur auf Wunsch fachkundige Ratschläge. Jeweils zwei von den Erwachsenen wechseln sich im Tagesrhythmus ab: „Hier geben Kindergärtnerinnen, Erzieherinnen, Handarbeitslehrerinnen und Pädagogen Hilfestellung – eher sehr zurückhaltend.“ Zwei Mal in der Woche wird das Zelt in eine Weihnachtsbäckerei umfunktioniert – die Bäckerei Breitner hat zwei Backöfen zur Verfügung gestellt. Dienstags und mittwochs wird Teig ausgerollt, werden die Plätzchen ausgestochen – und nach 20 Minuten kommen sie wieder aus dem kleinen Ofen. Nach einer kurzen Abkühlzeit können sie dann gleich probiert werden. „Da bleibt kaum etwas übrig“, erzählt die Betreuerin.
Auffallend viele Großeltern schauen mit ihren Enkelkindern vorbei, bleiben ein wenig – und gehen dann ohne Kinder zu einem Glühweinstand in der Nähe. Manche Eltern nutzen die Bastelhütte auch, um auf die eigenen Kinder zu warten.
Die sechsjährige Vanessa wartet auf die Oma: „Mama arbeitet hier nebenan als Bratwurstverkäuferin – und die Oma holt mich hier wieder ab.“ In der Zwischenzeit malt sie eine ausgesägte Holzfigur an, streicht Leim darüber und lässt die kleinen Goldsterne drüber rieseln: „Oma freut sich bestimmt.“
Das Bastelzelt neben der Wichtelhütte auf dem Adventsmarkt ist montags bis donnerstags von 16 bis 19 Uhr und freitags bis sonntags von 14 bis 19 geöffnet. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Benutzung ist kostenlos.
Von Manfred Eibisch
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