Hinter dieser Veranstaltung (Schlagwort: "Kapitalismus zerschlagen - für Familie, Heimat und Tradition") scheint die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch und neonazistisch eingestufte Kleinstpartei "Der III. Weg" zu stecken. Manchen Pfaffenhofenern dürfte diese Organisation noch durch eine denkwürdige Kundgebung vor einem Jahr auf dem Hauptplatz in Erinnerung sein, bei der völkische Parolen und Rechtsrock aus den Lautsprechern dröhnten.

Die Plakate der Landratskandidaten sollen überwiegend in Pfaffenhofen überklebt worden sein. Betroffen sind CSU, FDP und Grüne. Wie viele Wahlplakate insgesamt beschädigt wurden, ist unbekannt. Bekannt geworden ist bisher nur eine Handvoll Einzelfälle. Der materielle Schaden hält sich damit zwar in Grenzen. Trotzdem werden alle drei Parteien nach eigenen Angaben bei der Polizei Strafanzeige wegen Sachbeschädigung gegen unbekannt erstatten - aus Prinzip. Die Aufkleber wirkten harmlos, seien aber Werbung für die Ideologie der rechtsextremistischen Kleinpartei, findet etwa die Grünen-Kreisvorsitzende Kerstin Schnapp. "Haben die Rechtsextremen bei uns inzwischen Fuß gefasst oder waren es Neonazis auf der Durchreise", fragt sie sich. Ähnlich sieht es Josef Postel, stellvertretender Kreisvorsitzender der FDP, der als Erster in der Sache aktiv geworden und zur Polizei gegangen ist. "Das ist kein Dummer-Jungen-Streich", sagt er angesichts "handfester Rechtsextremer", die er hinter der Sachbeschädigung vermutet. "Das ist Vandalismus - und das verurteilen wir als CSU natürlich", sagt auch der CSU-Ortsvorsitzende Florian Schranz.