Pfaffenhofen: "Keine 08/15-Hütte, sondern ein Bürgerhaus"
Das Krammerhaus (rechts) in der Frauenstraße soll abgerissen und neu errichtet werden – mit dem Giebel zur Mariensäule hin und angelehnt an das benachbarte Birkhaus (links) auch höher - Foto: Kraus
Pfaffenhofen
Statt mit der Traufe soll das Haus künftig mit dem Giebel zur Straße stehen – und damit der Mariensäule zugewendet sein. Bisher hat sich der städtische Bauausschuss für den Neubau ausgesprochen. Die Entscheidung des Landratsamtes steht noch aus, und auch die Denkmalschutzbehörde wird noch ein Wörtchen mitzureden haben.

Bauherr ist Ludwig Krammer von der gleichnamigen Pfaffenhofener Metzgerei. Das Haus ist seit 1880 mit einer kurzen Unterbrechung im Besitz seiner Familie. Und auch der Betrieb war früher darin untergebracht, bis er an seinen jetzigen Standort ein paar hundert Meter weiter nördlich verlagert worden ist.

„Unten soll ein Laden mit 70 Quadratmetern entstehen“, erklärt Krammer seine Pläne. Diesen wolle er vermieten. Oben will er sechs kleine, seniorengerechte Wohnungen bauen. „Viele ältere Leute wollen wieder mitten in die Stadt“, weiß der Unternehmer. Mit breiteren Türen und Ähnlichem wolle er dem Rechnung tragen.

Ein Erhalt des Altbaus ist für den Bauherrn keine Option. „Das Haus ist 1873 gebaut worden – ohne Zement“, erzählt er. „Es ist in einem wirklich schlechten Zustand.“ Bei einem Neubau will Krammer nicht geizen: „Es soll keine 08/15-Hütte werden, sondern ein Bürgerhaus“, verspricht er. „Ich bin es meinem Großvater schuldig, dass es wieder ein Gesicht hat.“

Bei der Stadtverwaltung und im Bauausschuss hat er damit offene Türen eingerannt. „Es fügt sich ganz gut ein“, hatte Walter Gebhart vom Bauamt in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses betont. Das Gremium teilte eventuelle Denkmalschutz-Bedenken nicht und sprach sich einstimmig für den Bauantrag aus. Damit folgten die Stadträte der Empfehlung der Verwaltung. Die hatte den Neubau als „städtebaulich wünschenswert und vertretbar“ beurteilt. Die Politiker waren ebenfalls angetan. „Anfangs war ich skeptisch – es war zu mächtig“, sagte etwa Hans Prechter (CSU). Aber nun, nachdem er Entwürfe gesehen habe, halte er den Neubau für „eine Bereicherung“ für die Frauenstraße.