Dieser Beschluss verwundert angesichts der in den vergangenen Wochen ans Licht gekommenen Fakten nicht. Die Generalsanierung hätte in der vor einigen Jahren angestoßenen Planung rund 80 Millionen Euro gekostet. Allerdings erfuhren die Geschäftsführer Ingo Goldammer und Christian Degen nun, dass erhebliche Teile des Krankenhauses im Keller und im ersten Stock ausgeklammert wurden. Die Aufsichtsräte beteuern nun, von diesen Verfehlungen nie etwas gehört zu haben. Auf Anraten der Geschäftsführung wird die Planung jetzt neu aufgerollt. Dabei wird nach ersten Erkenntnissen sogar das Umschwenken auf einen Neubau oder Teilneubau der Klinik untersucht. Genaue Erkenntnisse dazu liegen noch nicht vor. In jedem Fall würden alle Varianten deutlich teurer als die bisherige Kostenschätzung ausfallen. Die Rede ist von Sanierungskosten im dreistelligen Millionenbereich. Ein Neubau würde womöglich gar nicht viel teurer kommen, brächte aber das Problem mit sich, erst ein geeignetes Grundstück dafür finden zu müssen.

Wie Frömer erklärt, soll die Phase, in der die Sanierung ruht, das medizinische Profil der Klinik geschärft werden. "Um dem Bedarf der Patienten im Rahmen der Grund- und Regelversorgung vollumfänglich gerecht zu werden", wie es in der Mitteilung heißt. "Die bauliche Umsetzungsmöglichkeit soll sich dabei in einem vertretbaren wirtschaftlichen und zeitlichen Umfang bewegen." Was diese Aussage genau bedeuten soll, soll sich bald ergeben. "Eckpunkte zu diesem medizinischen Konzept sollen bereits in der nächsten Aufsichtsratssitzung vorgestellt werden", versichert die Kliniksprecherin. Darauf aufbauend soll sich eine bauliche Entwicklungsplanung anschließen.