Das kündigte der Geschäftsführer Ingo Goldammer am Montag in der Sitzung des Kreisausschusses in Kelheim an. Gemeinsam mit dem Prokuristen Christian Degen lieferte er den Kreisräten einen Situationsbericht über die wirtschaftliche Lage der Ilmtalklinik.

 

Die gestaltet sich schlechter als geplant. Im laufenden Jahr werde man ein Defizit von 4,7 Millionen Euro einfahren, also 400 000 Euro mehr als im Haushaltsplan vorgesehen, berichtete Goldammer. "Wir liegen deutlich hinter dem Plan", bestätigte auch Degen. Goldammer wies aber darauf hin, dass man im Jahr 2015 sogar 5,1 Millionen Euro rote Zahlen geschrieben habe, im Vorjahr habe der Fehlbetrag 4,8 Millionen Euro betragen. Man habe eine Trendwende geschafft und wolle das Defizit aus dem laufenden Betrieb in den kommenden Jahren weiter abschmelzen, versprach Goldammer den Kreisräten.

Dieses Vorhaben dürfte sich aber nicht einfach gestalten. Denn die Löhne in der Ilmtal-Klinik steigen stärker als die Erlöse. Laut Goldammer kosten die Mitarbeiter jährlich etwa ein Prozent mehr. "Das heißt, dass wir deshalb jährlich um 300 000 bis 500 000 Euro besser werden müssen", sagte der Geschäftsführer. Personelle Einschnitte schlossen beide Manager aus. Auch mehr Druck auf die Mitarbeiter auszuüben, sei keine Option. "Die Angestellten haben Alternativen und wandern ab", befürchtete Goldammer. Verantwortlich für die finanzielle Misere sei die Bundesregierung. Alle Krankenhäuser steckten in einer schwierigen Lage. Die von der Politik vorgegebenen "Rahmenbedingungen machen uns das Leben schwer", beklagte Goldammer. Generell strebe die Leitung eine bessere Auslastung der Betten an und wolle außerdem zusätzliche Potenziale an Behandlungsmöglichkeiten erschließen. Konkret nannte der Geschäftsführer hier die Bereiche Unfallchirurgie, Traumatologie und Endoprothetik nach Verschleißerkrankungen der Gelenke. Der Kelheimer Landrat Martin Neumeyer (CSU) attestierte der Ilmtalklinik eine "Aufbruchstimmung". "Es bieten sich große Chancen und wir sind auf einem guten Weg", sagte Neumeyer. Der Kreis Kelheim hält 15 Prozent an der Ilmtalklinik, muss also nur diesen Prozentsatz der Verluste tragen.