Der Geiselnehmer am Tag nach der Tat auf dem Weg zum Gericht. Er wurde in der Psychiatrie untergebracht..
Der Geiselnehmer am Tag nach der Tat auf dem Weg zum Gericht. Er wurde in der Psychiatrie untergebracht.
Hammer
Pfaffenhofen
Mehr als fünf Stunden dauerte der Nervenkrieg. Der 28-Jährige wollte mit seiner Geiselnahme erzwingen, dass seine bei einer Pflegefamilie untergebrachte eineinhalbjährige Tochter wieder an ihre im Landkreis Pfaffenhofen lebende leibliche Mutter übergeben wird. Als seine Geisel schließlich am frühen Nachmittag um ärztliche Hilfe bat, nutzten Spezialkräfte der Polizei die Chance. Sie kamen dem Geiselnehmer so nahe, dass sie erfolgreich einen Taser - eine Art Elektroschockpistole - einsetzen und den Mann überwältigen konnten. Nach rund fünfeinhalb Stunden konnten die rund 330 Polizisten, die die Pfaffenhofener Innenstadt bis dahin abgeriegelt hatten, die Absperrbänder an den Straßen lösen und abrücken.

 

Sollten die Gutachter zu dem Ergebnis kommen, dass der Mann schuldunfähig ist, kann er laut Kaczynski nicht verurteilt werden. Das heißt aber nicht, dass er sich nicht vor Gericht verantworten muss. "Es kommt natürlich zu einem Verfahren", sagt er. Allerdings würde die Staatsanwaltschaft keine Anklage, sondern eine sogenannte Antragsschrift verfassen - und der Richter würde gegebenenfalls eine strafrechtliche Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus anordnen, anstatt den Geiselnehmer zu verurteilen. Wann die Untersuchungen aber abgeschlossen sind, das kann auch Kaczynski nicht sagen, mit Ergebnissen rechnet er aber frühestens im Januar: "Das hängt auch davon ab, ob er bei der Begutachtung mitmacht oder nicht.