Pfaffenhofen: Filmreife Leistung der Ilmtaler
Früh übt sich: Matthäus, 4, und Anneliese, 5, das jüngste Trachtler-Paar bei den Ilmtalern. - Fotos: Herchenbach
Pfaffenhofen

Jubiläum hatten die Ilmtaler, die 1926 gegründet wurden, eigentlich schon im vergangenen Jahr. "Aber wir Trachtler wollten feiern", erklärte der Vorsitzende Hans Felbermeir, "wenn die Stadt schön ist und blüht."

Und das ist 91 Jahre später ohne Abstriche der Fall. Außerdem: "Die Gartenschau hat bayrisches Brauchtum verdient." Dem konnte sich Bürgermeister Thomas Herker als Schirmherr der Veranstaltung im Rahmen des Wochenendes "Heimat & Tradition" nur anschließen. Es sei wichtig, dass Traditionen gepflegt würden, die Trachtler würden mit dazu beitragen, "Pfaffenhofen schön zu machen". Die Moderatorin des Abends, Viktoria Zäch vom Ilmtaler Festausschuss, nahm Herkers Begeisterung denn auch gleich zum Anlass, ihn zum Schuhplatteln aufzufordern, was der Bürgermeister mangels Körpertechnik ablehnen musste. Kein Problem: Er bekam eine Einladung zu den freitäglichen Übungsabenden. Stolz auf diese gelungene Veranstaltung war auch Rudi Dietz in der opulent geschmückten Amtstracht des Vorsitzenden des Donaugau-Trachtenverbands aus Münchsmünster, der auf 92 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken kann. Und sicherlich stolz war auch Thomas Dickert von den Pfaffenhofener Rotariern, die ihren Partnerclub, 25 Mann hoch, aus der Schwyz übers Wochenende zu Gast hatten. Was die Ilmtaler, musikalisch unterstützt von den Dellnhauser Musikanten, auf der Bühne zeigten, war in Choreografie, Eleganz und Geschmeidigkeit filmreif. In der Volkstanzgruppe wirbelte und drehte sich ausgelassen und mit sichtbarem Vergnügen auch der Vereinsnachwuchs wie der vierjährige Matthäus und seine Partnerin Anneliese, 5. Zwei Jahre Übungsarbeit haben sie schon hinter sich. Die Ilmtaler Schuhplattler, unterstützt von Plattlern aus Pöttmes, zeigten in einer choreografischen Geschichte, wie's bei den Holzhacker-Buam zugeht. Die kräftigen Burschen wuchteten scheinbar mühelos Baumstämme auf die Bühne und bearbeiteten dann im Takt, den die Dellnhauser vorgaben, mit Äxten und Sägen die Stämme, dass die Späne nur so flogen. Schließlich werden sie müde, legen sich nieder und bekommen gar nicht mit, wie ein rauschebärtiger Wilderer in schwarzem Loden mit einem erlegten Reh auf dem Buckel quer über die Bühne huschte. Ja, so sans, die lustigen Holzhacker-Buam.