"Es steht alles in den Unterlagen", sagt Wolf. Zwischen dem damaligen Geschäftsführer Marcel John und dem mit der Sanierung beauftragten Planungsbüro sei besprochen und festgesetzt worden, dass bei der Generalsanierung die Gebäudebereiche, die mit den fünf freien Praxen, der Physikalischen Therapie und der Küche belegt sind, ausgeklammert werden. "Das hatte damit zu tun, dass für die Sanierung dieser Bereiche vom Freistaat keine Fördermittel zu erwarten waren und sind", so Wolf. Die Zukunft der Praxen war damals - und sie ist es bis heute - offen. "Zwei werden die Klinik verlassen. Bei den übrigen drei Praxen kommt es auf die künftigen Konditionen an", sagt Wolf. Die Küche sei erst vor zehn Jahren innen neu eingerichtet worden. Dort herrsche kein unmittelbarer Sanierungszwang. Und wie mit der Physikalischen Therapie umgegangen wird, hätte im Verlauf der Sanierung entschieden werden sollen. "Wir reden da nicht von den ganz großen Summen. Und wir hätten es immer aus eigener Tasche bezahlen müssen."

Dem früheren Geschäftsführer John macht Wolf aus dieser Warte keinen Vorwurf. "Bei der Planung wurden keine Fehler gemacht. Und wir haben mit der Maßnahme einen festen Platz in der bayerischen Krankenhausfinanzierung." Fördermittel in Höhe von 59 Millionen Euro fließen nach Pfaffenhofen, wenn die Sanierung startet. "Alle Mehrkosten sowie die Sanierung der ungeförderten Gebäudeteile muss der Landkreis selbst schultern." Allerdings: John hätte diese Tatsachen laut Wolf im Aufsichtsrat deutlicher ansprechen können oder müssen. "Es ist zwar alles dokumentiert. Aber die Räte wurden beim Fachvortrag nicht deutlich darauf hingewiesen", so Wolf.

Eine Lehre zieht der Landrat daraus. "Aufsichtsrat und Kreistag müssen näher zusammenrücken. Der Informationsfluss - auch an die Öffentlichkeit - muss besser werden. Und im Kreistag muss intensiver und offener über alle Fragen, die die Klinik betreffen, diskutiert werden."