Pfaffenhofen: Ein Tausendsassa und viele Labyrinthe
Ein umtriebiger Allroundkünstler wurde 55: Manfred Habl, hier in seinem Atelier, zeigt eine Zwischenbilanz seines Schaffens in der Pfaffenhofener Kulturhalle.
Pfaffenhofen
Manfred Habl und seine Frau Heike, im Zweitberuf selbst als Kunstschaffende unterwegs, feiern heuer zusammen hundertsten Geburtstag. Grund genug für sie, das mit einer mehrtägigen Veranstaltung in der Kulturhalle künstlerisch umzusetzen.

„Zusammen 100 gemeinsam 1 Jahr“ – unter diesem Motto steht die Ausstellungsreihe des Künstlerehepaares. Manfred „Mane“ Habl, der im Mai 55 Jahre alt geworden ist, ist ein Tausendsassa mit verborgenen Talenten und bewegter Vergangenheit. „Kunst bedeutet für mich, jeden Tag mit neuen Aufgaben aufstehen“, sagt Habl über sein Verständnis kreativen Daseins.

In Dachau geboren, kam er als Einjähriger nach Pfaffenhofen. Als Kind von sudetendeutschen Eltern war er als Jugendlicher bestrebt, „den Makel 'Flüchtlingsbangert' schnellstmöglich abzulegen“, erzählt Habl. Renitent zeigte sich der Mane schon als Gymnasiast, der einfach nicht die tote Sprache Latein lernen wollte. Was ihm das Abitur kostete, woraufhin er es erst einmal mit dem Beruf des Funkelektronikers probierte.

Probleme mit der Droge Alkohol, begleitet von mehreren Selbstmordversuchen, hat er als junger Mann in einer Entziehungsklinik besiegt. Und schon damals erwachte in ihm die künstlerische Ader. Seine erste Einzelausstellung als Kunstmaler und Keramiker bekam er 1986 in der Galerie „Alte Post“ in Ingolstadt angeboten. Eine Chance, die er zu nutzen wusste. Seither ist der „Mane“ auf ungezählten Ausstellungen vertreten, als Blogger unterwegs, Unikatkeramiker und Aktionskünstler und und und. Unvergessen in Pfaffenhofen bleiben das „Goldene Klo“ und der „Goldene Tresor“, die vor einigen Jahren die Bevölkerung staunen ließen.

Seine Heike (noch 45 Jahre alt) hat er 1997 kennen gelernt und mit ihr eine aufgeschlossene Weggefährtin gefunden. Die gelernte Kinderpflegerin beschäftigt sich seit einigen Jahren künstlerisch mit Labyrinthen und interpretiert das archetypische Symbol in vielfältigster Form neu. In der bevorstehenden Ausstellung wird sie etwa einen begehbaren Ariadnefaden installieren, der in der Mythologie dazu diente, den Weg aus einem Labyrinth zu finden. Film- und Fotodokumentationen über Labyrinth- Aktionen in aller Welt und eine umfangreiche Stoffsammlung zum Thema Labyrinth werden ebenfalls dort zu sehen sein. Elf Tage lang, also über die ganze Ausstellungsdauer hinweg, will Manfred Habl in der Kulturhalle seine Lagerstatt aufschlagen und diese Zeit mit etlichen „Aktionen der produktiven Art“ füllen. Schulklassen und andere Besucher will er in künstlerische Prozesse einbeziehen.