Pfaffenhofen: Der Mensch Ulrich Wieczorek
Ein Bild erinnerte an Ulrich Wieczorek, sein Stuhl blieb aber leer. Peter Feßl (2. v. l.) hielt einen bewegenden Nachruf. - Foto: M. Hailer
Pfaffenhofen
Den Nachruf auf den SPD-Stadtrat hielt sein langjähriger Freund sowie politischer und beruflicher Weggefährte Peter Feßl – "ganz ohne Pathos", wie er anfangs betonte, vielleicht aber gerade deshalb umso bewegender. Feßl ließ den Menschen Ulrich Wieczorek für ein paar Minuten und in ganz persönlichen Worten noch einmal lebendig werden.
 

Einen weit gereisten und hoch gebildeten Menschen, den Feßl über 40 Jahre lang kannte; mit dem ihn die Erinnerung an gemeinsame Theateraufführungen und das große Interesse an Musik, Kunst, Kultur und Heimat verband; einen Universitätsprofessor mit Leib und Seele; einen lustigen und umgänglichen, bei Diskussionen allerdings auch sehr wortgewaltigen Gesprächspartner, gegen den man nicht leicht bestehen konnte – "heftig nur in der Sache, aber nie unter der Gürtellinie".

Feßl erinnerte aber auch daran, wie "offensiv" Wieczorek mit seiner – letztlich für ihn tödlichen – Krankheit umgegangen ist und wie zuversichtlich er bis vor kurzem war. Der Brandner Kaspar sei ihm da wieder eingefallen, die Geschichte vom nie richtigen Zeitpunkt für den Tod.

Besonders habe der Verstorbene das Requiem von Mozart geliebt, "makaberer Weise" das letzte Werk des Komponisten. Zwei Minuten wurden davon im Rathaussaal eingespielt, danach musste Feßl noch mehr um die Worte ringen als zuvor: Wenn der Tod überhaupt einen Sinn habe, so Feßl, dann vielleicht, dass man daraus lernt, menschlich und respektvoll miteinander umzugehen: "Die Würde des Menschen ist unantastbar sollte nicht nur für Tote gelten", schloss Feßl.