Pfaffenhofen: Eine Klinik für die Zukunft
So könnte die Ilmtalklinik aussehen: Vermutlich wird die prägende Klinkerfassade (unten) zumindest zum Teil verschwinden. Details zu den Baumaterialien sind noch in der Abstimmung. ‹ŒAnimation: GFK Architekten - Foto: Straßer
Pfaffenhofen

Pfaffenhofen (PK) In zehn Jahren soll die Pfaffenhofener Ilmtalklinik technisch wieder auf dem neuesten Stand sein. Nicht nur, was die medizinische Ausstattung betrifft, sondern auch von der Bausubstanz her. "Das Haus ist optisch in einem hervorragenden Zustand", sagt zwar Betriebsdirektor Peter Andreas, der intern als Ansprechpartner für die Sanierung fungiert. Trotzdem ist momentan nicht alles so, wie es sein sollte. Das Gebäude ist über 30 Jahre alt, Leitungen und Kabel aus den 80er Jahren haben ihre besten Zeiten hinter sich. "Ein ganz normaler Zyklus", sagt Geschäftsführer Ingo Goldammer. Doch wie schon bei der Sanierung des Pfaffenhofener Landratsamts soll es nicht nur bei unauffälligen Eingriffen ins Leitungssystem bleiben. Unter laufendem Betrieb werden Zimmer und Operationssäle den heutigen Standards entsprechend umgebaut, die Geburtshilfestation zieht in einen Neubau um und auch das äußere Erscheinungsbild wird sich ändern. Die Fassade mit den markanten Klinkersteinen könnte nach der Sanierung zumindest teilweise der Vergangenheit angehören. Insgesamt soll das Projekt fast 70 Millionen Euro kosten, der Großteil ist durch Fördermittel gedeckt. Am Landkreis sollen etwa 11 Millionen Euro hängen bleiben.

 

BRANDSCHUTZ

Noch diesen Sommer soll die neue Brandmeldeanlage in Betrieb gehen, außerdem müssen die alten Brandschutzklappen in der Lüftungsanlage raus, sie sind asbesthaltig. In zwei der sechs Stationen sind die Arbeiten laut Betriebsdirektor Andreas schon abgeschlossen. Es gebe gesetzliche Veränderungen, denen man Rechnung tragen müsse. Ein weiterer wesentlicher Punkt der Brandschutzsanierung sind die Decken. Wie Projektsteuerer Stefan Link in der Kreistagssondersitzung im März sagte, fehlen in den Zwischenwänden Isolierungen, die Feuer davon abhalten, von Zimmer zu Zimmer durchzubrennen. Deshalb, so hat es der Kreistag nach einem Brandschutzgutachten beschlossen, muss auch sofort was passieren - nicht erst im Zuge der Generalsanierung, was natürlich die Kosten steigert.

 

NEUBAU GEBURTSHILFE

Der erste Schritt der Generalsanierung ist der Neubau der Geburtshilfestation. "Dort, wo jetzt die Kreißsäle sind, kommt was anderes hin", sagt Andreas. So wird vermutlich ab Januar 2018 im westlichen Teil Richtung Danuvius-Klinik auf eine Dachterrasse ein Neubau aufgesetzt. Frühestens im März 2020 sollen Mütter hier ihre Kinder zur Welt bringen. Laut Geschäftsführer Goldammer will die Ilmtalklinik mit dem Neubau auch den steigenden Geburtenzahlen Rechnung tragen. "Die Geburtshilfe ist ein Aushängeschild unserer Klinik."

 

FUNKTIONSBEREICHE

Sobald die Geburtshilfestation umgezogen ist, wird die Sanierung der medizinischen Funktionsbereiche in Angriff genommen. Notaufnahme, Intensivstation, Räume für Diagnose und Therapie. Der OP-Bereich soll in die ehemalige Geburtshilfe verlagert werden. "Es ist ein rollierendes System", sagt Goldammer. Das heißt, die alten Operationssäle gehen erst vom Netz, wenn die neuen komplett fertig sind. Container, wie bei der Sanierung von anderen Krankenhäusern sollen nicht nötig sein. "Und auch Interimslösungen wollen wir vermeiden", sagt Andreas. Große Auswirkungen hat der Umzug der Geburtshilfe auch auf den direkt darunterliegenden Eingangsbereich. Es soll wieder einen richtigen Empfangsbereich geben. "Die Leute erwarten, dass da gleich einer sitzt, an den sie sich wenden können", sagt Prokurist Christian Degen. In Cafeteria und Kapelle sind nur wenige Eingriffe geplant. "Dafür bekommen wir keine Förderung." Andreas ergänzt: "Gefördert werden nur die Bereiche, die für den Betrieb eines Krankenhauses notwendig sind." Bis Ende 2024 sollen die Sanierungsarbeiten in diesen Bereichen laut Planung abgeschlossen sein.

 

BETTENSTATIONEN

Ab frühestens 2023 steht dann die Sanierung der Patientenzimmer an. "Die Zimmer werden breiter und heller", sagt Goldammer. Zudem werden die Räume vermutlich ein wenig größer - um sie behindertenfreundlicher zu machen. Deshalb werden auch die Bäder baulich verändert. Im Zuge der Sanierung der Patientenzimmer wird dann auch die Fassade endgültig ihr neues Gesicht bekommen. Begonnen wird zwar schon früher, aber: "Nirgends hat die Fassadengestaltung so große Auswirkungen wie bei der Sanierung der Patientenzimmer", erklärt Degen. Wie die neue Fassade aber aussehen soll, das soll möglichst noch in diesem Jahr entschieden werden, um der neuen Geburtshilfestation gleich die passende Optik zu verpassen. Möglich ist eine Kombination der alten Klinkersteine mit anderen hochwertigen Materialien wie Beton oder Kupfer. Goldammer: "Wir wollen eine Lösung finden, die alt und neu verbindet."