Pfaffenhofen: Feuerwehren im Großeinsatz
Mit Hämmern, Nägeln, Holzlatten und Folien sicherten 17 Aktive des Technischen Hilfswerk den schwer beschädigten Dachstuhl des Mehrfamilienhauses an der Schützenstraße provisorisch gegen Witterungseinflüsse ab. Bis in die Abendstunden dauerte der Arbeitseinsatz der THW-Helfer, die als Fachberater alarmiert und gegen 15 Uhr mit fünf Fahrzeugen angerückt waren. - Foto: Michael Matthes/THW
Pfaffenhofen

Nach ersten Erkenntnissen des Kriminaldauerdienstes bei der Kripo Ingolstadt war das Feuer offenbar in einer Dachgeschosswohnung eines älteren Gebäudes an der Schützenstraße ausgebrochen. Wie die Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord am Sonntag mitteilte, hatte eine dort wohnende Pfaffenhofenerin kurzzeitig ihr Appartement verlassen - und als sie gegen 13.20 Uhr zurückkehrte das Feuer bemerkt. Die Frau alarmierte laut Polizei sofort die weiteren Bewohner, sodass diese rechtzeitig und unverletzt das Gebäude verlassen konnten. Die Frau selbst atmete aber Rauchgase ein und musste von den alarmierten Rettungskräften, die mit Notarzt, Sanitätern und mehreren Fahrzeugen angerückt waren, ins Krankenhaus gebracht werden.

Die Ermittlungen zur Brandursache sind noch nicht abgeschlossen. Brandermittler der Kripo würden das Gebäude noch eingehend untersuchen, hieß es gestern aus dem Polizeipräsidium. Der Brand in dem Wohnhaus mitten in der Stadt löste einen Großeinsatz der Feuerwehren aus. Rund 80 Wehrmänner aus Pfaffenhofen und auch aus Hettenshausen und Scheyern rückten an. Als sie eintrafen, stand der Dachstuhl des Gebäudes allerdings schon voll in Brand, Flammen schlugen aus dem Dach und dicke Rauchwolken zogen über die komplette Innenstadt. Durch das rasche Eingreifen der Feuerwehrleute, die den Brand mit Wasser aus allen Rohren bekämpften, konnte eine Ausbreitung der Flammen auf das komplette Wohnhaus verhindert werden. Allerdings wurden große Teile des Dachstuhls durch das Feuer zerstört. Immer wieder flammten im Gebälk neue Brände auf, die entweder von der Drehleiter aus oder von Feuerwehraktiven bekämpft wurden, die mit schwerem Atemschutz ausgerüstet ins Gebäude eingedrungen waren. Von der Drehleiter aus rissen Feuerwehrleute Dachziegel herunter, um auch versteckte Glut- und Brandnester aufstöbern und löschen zu können.

Nach ersten Schätzungen der Kripo entstand ein Schaden von etwa 300 000 Euro. Außerdem ist ein Großteil der Wohnungen momentan nicht bewohnbar. Mieter mussten sich teilweise andere Unterkünfte suchen. Neben den Feuerwehren, Sanitätern, Notärzten und Polizeibeamten rückten auch 17 THW-Aktive mit fünf Fahrzeugen an. Als das Feuer gelöscht war, begann für sie die Arbeit: Mit Holzlatten, Folien, Hämmern und Nägeln ausgerüstet, stiegen sie ins Gebälk und machten den Dachstuhl provisorisch wetterfest. Bis in die Abendstunden dauerte ihr Einsatz.