Pfaffenhofen: Bierernstes Vergnügen
Jan van den Beld ist der Künstler hinter dem Comic, das auch bei der Ausstellung im Rathaus gezeigt wird.
Pfaffenhofen

2016 war ein Jubiläumsjahr für den legendären Gerstensaft. Eine gute Gelegenheit sich mit seiner Geschichte, die ja auch eine Kulturgeschichte ist, auseinanderzusetzen. Die Geschichte des Biers ist also gleichbedeutend mit 10 000 Jahren Kulturgeschichte. Kaum war der Mensch sesshaft geworden, begann er auch schon, Bier zu brauen. Seit dem "Spuckebier" der Sumerer hat sich jedoch viel getan. Auch Aristoteles, Louis Pasteur und Carl von Linde haben epochemachende Studien durchgeführt. Die Unterzeichnung des Bayerischen Reinheitsgebots war ein Höhepunkte in der Geschichte des Biers. Sie jährte sich im vergangenen Jahr zum 500. Mal. Auch die 1996 gegründete Münchner Comicvereinigung Comicaze feierte in diesem Jahr ein Jubiläum: Zum 20. Geburtstag hat sich Comicaze selbst ein Buch geschenkt, das auf fast 180 Seiten Comics, Cartoons und Zeichnungen rund ums Bier versammelt.

Unter den 45 beteiligten Comic-Künstlern finden sich nationale und internationale Größen der Szene wie Peter Puck, Dieter Hanitzsch, Tom Bunk, Bryan Talbot und viele andere. Vor 20 Jahren begann Comicaze mit "Kostenlosheften" das "Leseverhalten der Gesellschaft" zu verändern, denn Mitte der 90er Jahre war es noch verbreitet, Comics generell für Schund zu halten. 34 Hefte wurden im Laufe der Jahre veröffentlicht, etliche flankiert von Ausstellungen, einige große Zeichentalente hat der Verein in die Spur gebracht und einige Bücher zusammen mit dem Volk Verlag realisiert.

Höhepunkt war und ist nun das Jubiläumsjahr: Im Valentin-Karlstadt-Musäum zeigt Comicaze aktuell noch bis zum 26. Januar 2017 seine Werkschau, während keine 100 Meter davon entfernt im Bier- und Oktoberfestmuseum seine "Bier! Alles über den Durst"- Ausstellung zu sehen war. Nun wird diese Ausstellung in Pfaffenhofen gezeigt.

Eröffnet wird die Comic-Ausstellung morgen um 19.30 Uhr im Rathaus - selbstverständlich mit Bierverkostung. Am Samstag können sich Interessierte nochmals näher mit der Ausstellung, dem Buch und dem Verein beschäftigen: Um 11 Uhr sind einige der Künstler für einen Signiertermin anwesend und führen persönlich durch die Ausstellung.

Die Ausstellung ist im Anschluss bis zum 4. März in den Ausstellungsflächen im Foyer und im ersten Stock des Rathauses zu den regulären Öffnungszeiten des Bürgerbüros zu sehen: montags von 8 bis 16 Uhr, dienstags, mittwochs und freitags von 8 bis 12 Uhr, donnerstags von 7 bis 18 Uhr sowie jeden 1. und 3. Samstag im Monat von 9 bis 12 Uhr. Der Eintritt ist frei.