Pfaffenhofen: Comics rund ums Bier
Jeder Comic erzählt seine eigene Geschichte: Blasmusik und Bier (oben) gehören für Dieter Hanitzsch zusammen. Unten erläutert "Nana" Schöne den Gästen samt Bürgermeister Thomas Herker die einzelnen Werke der Ausstellung. - Fotos: Engl
Pfaffenhofen

Dem Pfaffenhofener Künstler Sebastian Haschner, der selbst Mitglied in dieser sich der Förderung der Comic-Kunst widmendem Vereinigung ist, hat es Pfaffenhofen als größte Stadt in der Hallertau zu verdanken, dass Comicaze einen Auszug dieser Werke nach einer Erstpräsentation in München im Bier- und Oktoberfestmuseum nun in den nächsten Wochen im Rathaus zeigt.

Mit von Herzen kommenden und lustigen Erklärungen führten die Künstler und Mitbegründer des Vereins Christoph und Claudia (genannt "Nana") Schöne durch die Ausstellung. Sie konnten den zahlreichen Besuchern, unter Ihnen auch Pfaffenhofens Bürgermeister Thomas Herker, der locker-humorvoll die Begrüßungsworte sprach, viele Details zu den Werken und auch zum Bier näherbringen. Müllerbräu sorgte mit Bierverkostung von verschieden Sorten dafür, dass weder Besucher noch Künstler unter Durst zu leiden hatten.

Wer wollte, konnte Bücher und Hefte von Comicaze kaufen. Zahlreiche Zeichner waren gerne bereit, die Bücher auch zu signieren. So manchem Bierkenner kam mit Erstaunen Neues und Interessantes zu Ohren. Man erfuhr, dass Bier-brauen früher oft Frauensache war, durch Zugabe von Frauenspucke in die angesetzte Flüssgkeit wurde der Gärungsprozess besser angeregt und durch Zugabe auch von Leichenteilen wurden die Kräfte des Verstorbenen auf den Konsumenten übertragen. So glaubte man damals zumindest.

Welch Glück, dass diesen Gepflogenheiten 1516 durch die bayerischen Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. mittels Dekret ein Ende breitet wurde. Die zur Vernissage zahlreich erschienenen Künstler brachten mit ihren Comics das Thema Bier und Durst auf Ihre ganz eigene Art zum Ausdruck, konnten die zahlreichen Besucher begeistern und mischten sich ganz natürlich und publikumsnah in Gesprächen unter die Gäste. Ein Besuch dieser durchaus besonderen Ausstellung lohnt sich in den kommenden Tagen allemal.