Freitag, 12.03.2010 |

 

06.12.2009 19:09 Uhr | 134x gelesen
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"Bürgerrechte sind unverhandelbar"


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Pfaffenhofen (zur) Im Juni 1949 schlug die Geburtsstunde der FDP im Landkreis Pfaffenhofen, die ihr 60-jähriges Bestehen am vergangenen Freitag mit einem Festakt im großen Rathaussaal der Kreisstadt feierte.



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Zu diesem mit der Gründung der Bundesrepublik zusammenfallenden "Jubiläum der besonderen Art" konnte Kreisvorsitzender Josef Postel neben Festredner Staatsminister Wolfgang Heubisch und Bürgermeister Thomas Herker auch viele Kreis- und Stadtratskollegen begrüßen.

Dass anstelle des angekündigten Duos ein Saxofonquartett unter der Leitung von Thomas Gschrey für die musikalische Umrahmung sorgte, kommentierte der Moderator schmunzelnd als symptomatisch für die eigene Partei, nach dem Motto "kräftige Töne und die Stimmen verdoppelt".

Seine ursprüngliche Rede, die von der nunmehr zweitstärksten Partei im Landkreis, Mitgliederzuwachs und einem starken Team sprechen sollte, habe er verworfen, erklärte Postel. Stattdessen wolle er ausführen, warum er sich für die Politik der FDP einsetze, die immer wieder stark polarisiere. Einerseits als Partei der "Besserverdienenden" oder als "Mehrheitsbeschaffer" tituliert, stünden für die Partei Namen wie Theodor Heuss, Walter Scheel oder Hans Dietrich Genscher. Von Anfang an habe sich die FDP für ihr Ideal von der sozialen Marktwirtschaft eingesetzt, schon 1966 in der damaligen Wirtschaftskrise keine Steuerhöhungen mittragen wollen und bereits 1967 mit einem Plädoyer für die Aufnahme von Verhandlungen mit der DDR "die Türe zur neuen Ostpolitik aufgestoßen".

Dabei sei eines für die FDP nie verhandelbar gewesen: die Wahrung der Bürgerrechte. Der Kampf für die Freiheit bedeute aber auch Verantwortung, was einen "mündigen Bürger" voraussetze, weshalb "Bildung ein zentraler Punkt in unserem Handeln ist", so Postel.

Die FDP im Landkreis habe der "demokratischen Kultur gut getan", lobte Bürgermeister Thomas Herker das kommunalpolitische Engagement der Liberalen in seinem Grußwort. Der Rathauschef, selbst Sozialdemokrat, erinnerte daran, wie vor 60 Jahren ein kleiner Kreis von fünf FDP-Gründungsmitgliedern – vier aus Pfaffenhofen und einer aus Ingolstadt – zunächst in Anbetracht der "einen dominierenden Partei" ein "Schattendasein" geführt und sich ebenso wie die SPD Schikanen ausgesetzt gesehen hatte.

1984 habe man dann mit Matthias Boeck den ersten lokalen FDP Mandatsträger gestellt und 2002 in Pfaffenhofen mit dem Bündnis FDP/Grüne/ödp schon vorgemacht, wie es "auf Bundesebene" gehen könne, sagte Herker verschmitzt. Der Bürgermeister appellierte an die Liberalen, weiterhin die Bürgerrechte und die Überzeugung zu wahren, dass die soziale Marktwirtschaft "die richtige Wirtschaftsform für unser Land ist".

In seinem unkonventionellen Rückblick erinnerte Ehrenvorsitzender Matthias Boeck an das, was die FDP seines Erachtens ausmacht: "Das Sammeln von Ideen für morgen", wozu er unter anderem die von den Liberalen vor 30 Jahren erhobene Forderung nach einem häufigeren Halt des Intercity in Pfaffenhofen (heute von der Realität eingeholt) oder die Vision einer Magnet-Schwebebahn zwischen München und Fürth zählte.

Boeck würdigte das Engagement von Maria Noichl, die über Jahre "in Pfaffenhofen gewirkt" sowie von Thomas Stockmaier, der den Kreisverband "personell riesig aufgestockt" habe. Er forderte für die Zukunft von seinen Parteifreunden den Mut, auch weiterhin "den Finger in die Wunde" zu legen.

Von Magdalena Zurek


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