Pfaffenhofen: Auszubildende sind Mangelware
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Pfaffenhofen

Dieses Jahr begannen 366 Jugendliche bei Firmen aus den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistungen ihre Ausbildung. Zahlreiche Betriebe im Landkreis taten sich aber schwer, zum Start des Lehrjahres am 1. September alle Ausbildungsplätze zu besetzen. Im Gegensatz zum Vorjahr ging die Zahl der neuen Auszubildenden um 4,4 Prozent zurück, so die IHK.

Eduard Kastner, der Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Pfaffenhofen, betont, dass der Engpass wie schon in den Vorjahren quer durch alle Branchen gehe. "Es werden zwar nach wie vor besonders angehende Verkäufer und Köche gesucht, aber auch Elektroniker, Kaufleute im Einzelhandel oder Kfz-Mechatroniker fehlen."

Der Bewerbermangel ist laut Kastner auf die stagnierenden Schulabgängerzahlen sowie den Trend zur Akademisierung zurückzuführen. Seit 2005 sei in Oberbayern die Zahl der Absolventen der Mittelschulen um 28 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig sei die Zahl der Abiturienten um 57 Prozent gestiegen.

Um das Image der Berufsausbildung zu verbessern, fordert der IHK-Sprecher eine bessere Berufsorientierung an den Schulen. Kastner: "Die duale Ausbildung ist eines der größten Erfolgsgeheimnisse in Europa. Es gibt keinen besseren Start ins Berufsleben." Schüler und Eltern könnten stolz sein, wenn sie sich für eine Ausbildung und somit für eine solide Zukunftsperspektive entscheiden. Kastner verweist auf eine IHK-Umfrage, bei der 76 Prozent derjenigen Betriebe, die Probleme in der Ausbildung haben, erklärten, dass die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger ein Hindernis seien. Die Unternehmen bieten deswegen laut Kastner mehr Praktikumsplätze an und verbessern ihr Personalmarketing.