Dann verloren sich die Kinder schnell zwischen Glockenblume und Wegwarte, stempelten sich mit den Blüten der Dotterblume gelbe Abdrücke auf die kleinen Hände oder wanden Kränze aus strahlend weißen Margeriten.

"Es ist so schön, dass rund um unser Haus herum genau das alles wieder wächst", freut sich die Frau, die heute Dritte Bürgermeisterin des Marktes Wolnzach ist. Und tatsächlich: Rund um ihr Anwesen in der Einöde Wilhelm, malerisch eingebettet zwischen die sanften Hügel der Hallertau, da blüht eine vielfältige Pracht, da die Gmelchs ihre als Futter für ihre Biorinder dienenden Wiesen ganz der Natur überlassen.

"Hier wächst alles genauso wie früher", sagt Katharina Gmelch - und geht gerne hinaus in die Wiese, um sich ihre Lieblingsblumen auch ins Haus zu holen: Dotterblume, Hahnenfuß, Wicke, Glockenblume, Wegwarte, wilder Frauenschuh, Margerite, gelber Klee und Spitzwegerich - gerne mischt sie auch Gräser und Kräuter in ihre Wiesenblumensträuße, damit alles so bleibt, wie es halt auch auf der Wiese wächst. "Ich mag alle Blumen, habe ja auch so einiges im Garten an unserem Haus", sagt sie - und deutet auf die gerade in voller Pracht in Weiß, Rosa und Rot blühenden Pfingstrosen, die Lilien und Akeleien. "Aber die Wiesenblumen, die sind mir doch am allerliebsten." Nicht nur, dass sie an ihre Kindheit erinnern. "Es ist auch schön, zu sehen, dass es bei uns doch noch richtige Wiesen gibt."