Ermert, Anna, Rohrbach
Pfaffenhofen

Vielleicht war es ein bisschen geflunkert. Aber seine Karriere als Tubist startete er nach eigener Aussage tatsächlich bei einem Probewochenende bei der Stadtkapelle Pfaffenhofen im Jahr 1997. Seine musikalischen Begleiter und die Zuhörer glaubten es Hofmeir jedenfalls gerne, als es der aus Geisenfeld stammende Hofmeir wie immer barfüßig erzählte.

Denn Hofmeir ist nicht nur ein Tausendsassa an seinem Instrument und Professor für Tuba am Mozarteum in Salzburg sondern auch ein hervorragender Kabarettist. Tuba war das letzte Instrument nach Flöte und Klavier, dass er lernen wollte. Trommler wäre er gerne geworden. Da musste man nicht viel üben. Aber da gab es zu viele in der Stadtkapelle Geisenfeld. Wenige hingegen, die Tuba spielten – und so kam er zur Probe nach Pfaffenhofen, erzählte er weiter.

Fast wäre sein „Traum“ übrigens ins Wasser gefallen. Denn zum Konzertbeginn regnete es. Regenschirme statt Sonnensegel waren angesagt. Und vermutlich hielt der Regen auch viele vom Besuch ab, denn es hätte viel mehr Zuhörer verdient gehabt. Mit etwas Verspätung eröffnete die Stadtkapelle mit „Ross Roy“ von Jacob de Haan den Abend mit einer wunderbaren Komposition über das Schulleben. Und sehr passend war die Blasorchester-Partitur „The trouble with the Tuba is“ von William Relton.

Peter Wittrich genoss als Zuhörer seine Komposition „Gartenschau-Panorama“. Es wurde ganz hervorragend gespielt von der Stadtkapelle – mit fließenden Übergängen von gewaltigen zu leichten, lockeren Tönen. Immer wieder neue Klangvarianten kamen auf. Man konnte die Gartenschau musikalisch hören und fühlen.

Bei „The Mssion“ hörte man ein Solo auf der Tuba von Andreas Hofmeir, ganz dezent begleitet im Hintergrund von der Stadtkapelle. Die Tuba gab den Ton an – und hier kamen die ersten Bravo-Rufe aus dem Publikum. Was Hofmeir dazu nutzte, sich bei der Stadt Pfaffenhofen zu bedanken. „Dass ich nach 20 Jahren wieder mitspielen durfte.“

„Hofmeir spielt die Mutter aller Instrumente, die Tuba, mit der Leichtigkeit einer Querflöte“, kündigte Walter Karl zu Beginn des Konzerts an. Und nicht nur das. Hofmeir liebt sein Instrument, seine „Fanni“, und wollte daher „was Schönes“ auf der Tuba spielen. „Was es aber nicht gibt“, meinte er leicht resigniert. „Aber für die Flöte gibt es viele schöne Stücke“. Daher hörten die Zuhörer seine „Flötenphantasie“ – wozu aber tatsächlich ein Haufen Phantasie gehöre, um sich die Flöte vorzustellen, so Hofmeir.

Diana Horvath führte gekonnt durchs Programm und gab viele Hintergrundinformationen. Etwa dass zur Gartenschau 2015 in Alzenau von Manfred Leopold, Dirigent und Leiter der Stadtkapelle, der „Blumenwalzer“ komponiert wurde. Und den spielte die Kapelle im Walzertakt. Luftig, blumig und locker. Und dann sollte eigentlich die Ansage folgen: „Mei, hab i an Durst“, weil dann der „Springerlmacher Marsch“, ebenfalls aus Leopolds Feder, gespielt wurde. Das mit dem Durst stimmte nicht ganz. Aber es war halt ein Gag.

In die Anfänge des 18. Jahrhunderts versetzt fühlten sich die Gäste durch den Soundtrack von Klaus Badelt und Hans Zimmer im ersten Teil von „Fluch der Karibik“. Auf einem Piratenschiff zusammen mit Captain Jack Sparrow – hinreißend und aufwühlend wiedergegeben von der Stadtkapelle.

Ohne Zugabe ging das Konzert natürlich nicht zu Ende. Traditionell mit einer gemütlichen Polka namens „Der Herr Tubist“. Wobei sich „der Herr Tubist namens Hofmeir“ auf der Bühne noch einmal von seiner allerbesten Seite präsentieren konnte. Ein starkes, sehr abwechslungsreiches Konzert wurde geboten. Das Wetter spielte aber gar nicht mit. Sommerfeeling kam keines auf – dann eher schon Gänsehaut.