Die Ausstellungsreihe "Kunst deines Nachbarn" lädt dazu ein, die verschiedenen und reichhaltigen Kulturen der Migranten kennenzulernen; insbesondere liegt der Fokus hierbei auf dem Kunstschaffen. Kuratiert wird die Ausstellung wieder von der Künstlerin Carine Raskin-Sander, die in Hettenshausen lebt und aus Frankreich stammt. Mit Kunst aus der Türkei, aus Asien und aus Afrika hatte sie in den letzten Jahren bereits drei interessante Ausstellungen organisiert, die auf großes Interesse stießen. Diesmal widmet sie sich der vielfältigen Kunst aus Südosteuropa - von Kroatien über Albanien und Serbien bis nach Bulgarien und Rumänien.

Kaum eine Region Europas hat eine so bewegte Vergangenheit wie ihre südöstlichen Länder. Geprägt von jahrhundertelangen Fremdherrschaften zum Spielball der Großmächte geraten, erlebten diese Länder untereinander zahlreiche Völkerbewegungen. Kein Wunder, wenn diese Verflechtungen eine große kulturelle Vielfalt hinterließen - aber durchaus auch große Unterschiede, zum Beispiel zwischen den slawisch geprägten Ländern und Rumänien oder Albanien.

In der Ausstellung werden zum einen verschiedene Objekte aus dem privaten Besitz von Bürgern aus dem Landkreis Pfaffenhofen mit südosteuropäischen Wurzeln gezeigt, die die Volkskultur sowie Volkskunst den Besuchern näher bringen sollen. Zum anderen beteiligen sich auch wieder mehrere professionelle Künstler an der Ausstellung. Gezeigt werden hochwertige Arbeiten von vier Künstlern mit südosteuropäischen Wurzeln: Beatrix Eitel (Rumänien), Ida Ozbolt (Kroatien), Eveline Reinholz (Rumänien) und Goran Zdravkovic (Serbien) zeigen ihren biografischen Bezug zur Region mit unterschiedlichsten Arbeiten aus den Bereichen Dreidimensionale Gemälde, Zeichnung, Ölmalerei und Skulptur.
  • Beatrix Eitel wurde im rumänischen Kronstadt geboren. Als Zwölfjährige kam sie in die Bundesrepublik. Sie studierte an der Münchener Fachhochschule Grafikdesign und ist seit 1992 freischaffend tätig. Sie zeichnet mit Bleistift, Tusche und Pinsel sowie Acrylfarbe auf Papier und Holz. Und sie zeichnet auch mit Nadel und Faden. So entstehen kleine künstlerische Stickbilder, gerahmt in CD-Hüllen, mit denen sie der traditionellen Stickarbeit aus Rumänien ihre zeitgemäße reduzierte Umsetzung gegenüberstellt.
 
  • Ida Ozbolt stammt aus Kroatien und studierte Bildhauerei an der europaweit angesehenen Zagreber Akademie der bildenden Künste. Sie experimentiert gerne, vor allem wenn es um form- und raumübergreifende Techniken geht. Der Übergang vom Bild zur Skulptur soll ihre Gedankenvielfalt, ihre Traumwelten und Sehnsüchte vermitteln. In einer eigens entwickelten Draht-Technik entstehen außergewöhnliche, dreidimensionale Bilder, in denen die Künstlerin viel "Innenleben" offen legt.
 
  • Eveline Reinholz, gebürtige Rumänin, studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München Media-Art und Bildhauerei. In ihrer Arbeit geht es um Stabilität und Ordnung, Kontrolle und Verlust. Ihre Arbeiten sind auf den ersten Blick meist kühl, schwer und sperrig, gleichzeitig sind es fragile "Persönlichkeiten", die durch ihre materiellen Gegebenheiten und die Art der Verarbeitung oft über das Ergebnis ein Stück mit entscheiden: Das Material wird genauso wichtig und lebendig wie der Künstler. Eigens für diese Ausstellung hat Eveline Reinholz eine Skulptur geschaffen, angelehnt an den Rock einer rumänischen Landestracht.
 
  • Goran Zdravkovic, Künstler mit serbischen Wurzeln, war von 2001 bis 2004 stellvertretender Vorsitzender des damaligen Kunstvereins Pfaffenhofen. Seine Ausbildung in Grafikdesign absolvierte er in München. Ob Porträts, Abstraktes, biografisch angelehnte Raumkompositionen oder Collagen: Seine Freude am Experimentieren und seine Gefühlswelt drückt er mit dynamischer Gestik und zuweilen gewaltigem Farbauftrag aus. Dabei beschäftigt er sich auch mit dem traditionellen Handwerk und der Kunst anderer Kulturen.

Die Vernissage am Samstag, 21. April, um 19.30 Uhr verspricht stimmungsvolle Unterhaltung mit musikalischer Begleitung und weiteren Beiträgen, die die Kultur Südosteuropas näher bringen. Die Ausstellung läuft dann bis einschließlich 13. Mai. Führungen durch die Ausstellungen werden an zwei Sonntagen angeboten: am 22. April um 16 Uhr und am 6. Mai um 17 Uhr. Außerdem sind alle Interessierten am 6. Mai um 16 Uhr zu einer Veranstaltung "Märchen und Musik aus Südosteuropa" in der Galerie eingeladen.

Die Städtische Galerie im Haus der Begegnung ist Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und 13.30 bis 16.30 Uhr geöffnet, sowie Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.