Knodorf: Auf der Suche nach dem Schuldigen
Ein Thema bei der Bürgerversammlung in Knodorf: Die Breite der Hofmarkstraße ist durch die nicht befahrbare Entwässerungsrinne stark eingeschränkt. - Foto: Zöllner
Knodorf

Der Vohburger Ortsteil ist nämlich an den Vakuumkanal der Gemeinde Ernsgaden angeschlossen, der Anfang Januar komplett ausgefallen war. Vohburgs Bürgermeister Martin Schmid hatte zur Versammlung deshalb den Zweiten Bürgermeister von Ernsgaden, Alois Schmelzer, eingeladen.

Dieser ging zuerst auf die Historie ein. Wegen des Grundwasserspiegels und des Gefälles innerhalb der Gemeinde sei ein konventioneller Freispiegelkanal nicht infrage gekommen und anfangs habe alles wunderbar funktioniert. Durch das Wachstum und die damit verbundenen Erweiterungen sei alles immer schlechter geworden. Er wisse, dass in der Wessingerstraße in Knodorf nur mehr 0,2 bar Unterdruck ankomme, was viel zu wenig sei. Er betonte mehrmals, wie sehr ihm die Knodorfer Bürger am Herzen lägen.

Schmelzer hatte aber auch eine Lösung dabei: "Am 7. Februar wird der Gemeinderat von Ernsgaden den Planungsauftrag für eine Zwischenstation vergeben. Wenn alles gut läuft, können wir heuer noch bauen." Die Kosten für die Anlage bezifferte er auf etwa 200 000 Euro. Bürgermeister Schmid sagte dazu, dass sich Vohburg natürlich beteiligen müsse, dass man aber keinen Einmalbeitrag verlangen, sondern alles auf die Abwassergebühren umlegen werde.

Bemängelt wurde von den Knodorfern dann nur mehr die schlechte Informationspolitik im Januar. Natürlich habe man bemerkt, dass der Kanal nicht funktioniert. Da dies in Knodorf aber mehrmals im Jahr so sei, habe man sich am Anfang nichts dabei gedacht und erst aus der Zeitung von dem Dilemma erfahren. Den Vorschlag, bei einer erneuten gravierenden Störung die Feuerwehr mit Lautsprecherdurchsagen durch Knodorf zu schicken, versprach er umzusetzen.

Ein weiteres Problem gibt es in Knodorf mit dem Durchgangsverkehr in der Hofmarkstraße, der Knodorfer Ortsdurchfahrt. Dort hat sich die seitliche Entwässerungsrinne im gesamten Verlauf gesenkt und ist seit Jahren nicht mehr befahrbar. Dadurch ist die Breite stark vermindert und es ist schon oft zu haarsträubenden Szenen mit Gegenverkehr auf der kurvigen Straße gekommen, hieß es. Bemängelt wurde auch der stetig steigende Schwerverkehr. Sogar Tankzüge würden, trotz eines Verbotes, immer häufiger gesichtet. Auf die Frage nach dem Stand der Dinge meinte Bürgermeister Schmid, dass man noch immer "auf der Suche nach dem Schuldigen" sei. Ein Gutachten gebe das andere und mehrere Rechtsanwälte seien eingeschaltet. Er hoffe aber auf eine Einigung im ersten Halbjahr 2017, sagte er. Auf allgemeines Unverständnis stieß die Aussage des Bürgermeisters, dass das Landratsamt als zuständige Behörde davor nichts unternehmen werde. Auf die Bitte, die Straße wenigstens so lange für den Schwerverkehr zu sperren, bis sie repariert ist, versprach er, sich zu erkundigen.

Weitere Wortmeldungen gab es noch zu den Themen Baugebiet Elsenheimstraße und zur Kindergarten- und Kita-Situation.