Das Leben sei ein ewiger Lernprozess mit dem Prädikat "lebenslänglich", so der stellvertretende Landrat. In der heutigen Zeit sei ständige Weiterbildung gefragt, da sich Berufsbilder verändern und das Wissen rasch veralte. Darum wäre der Gesellenbrief ein wichtiges Kapital, das es zu vermehren gilt, z.B. für eine Meisterprüfung oder eine vergleichbare Weiterbildung. Deml appellierte insbesondere an den Mut zur Zukunft. Trotz der Diskussionen um Stellenabbau und Rationalisierung sei Optimismus und Selbstbewusstsein gefragt, so sein Credo.

Die gleiche zukunftsorientierte Auffassung vertrat auch der stellvertretende Obermeister Bairlein. Gerade das KFZ-Handwerk sei ein Beruf, der viel Zukunftsmusik verspreche, da es ein modulares Weiterbildungssystem enthalte, mit dem ein Geselle sofort in die Zukunft investieren könne. Damit kam Bairlein auf die neue Qualifikation als KFZ-Techniker zu sprechen. Diese würde den Erwerb einer Fortbildung ermöglichen, die als Teil eins der Meisterprüfung anerkannt wird. Damit bräuchten nicht mehr drei Gesellenjahre abgewartet werden, sondern wer wolle, könne sofort mit der Weiterbildung beginnen.

Zusammenfassend, so Bairlein, wären die Ausbildungsberufe des KFZ- Handwerks bei der Jugend besonders begehrt und führten die Hitliste der am häufigsten gewählten Ausbildungsberufe an. Das läge wohl daran, dass das Produkt Auto fasziniere und die Idee individueller unabhängiger Fortbewegung auch nach über hundert Jahren seit Erfindung des Automobils aktueller denn je sei. Gerade im KFZ-Handwerk sei die Fähigkeit mit kreativem Denken neueste Techniken mit traditionell hochwertiger Handarbeit zu kombinieren enorm wichtig und sichere die Position in einer kundenorientierten Dienstleistungsgesellschaft, äußerte Bairlein.

Von den neununddreißig Prüfungsteilnehmern wurden an diesem feierlichem Abend dreißig Gesellen von den Pflichten und Aufgaben eines Lehrlings freigesprochen und bekamen den Gesellenbrief im KFZ-Handwerk überreicht. Besondere Glückwünsche gingen an Martin Christl (Firma Lang), Alexander Rein (Firma Warnberger) und Frank Hertig (Firma Wallner), die die besten Ergebnisse in der Abschlussprüfung erzielt hatten.

Nach der formellen Freisprechungsfeier ging es dann zum gemütlichen Teil des Abends, der mit Gesprächen und der Stärkung am kalten Buffet ausgefüllt war.