Ilmmünster: Typisch Narrhalla
Die Narrhalla im Jubiläumsjahr: Rund um das Prinzenpaar Bettina I. und Stephan III. scharen sich (von vorne nach hinten) die Tänzerinnen der Kindergarde und der Showgarde sowie die Elferräte der ältesten Faschingsgesellschaft aus dem Landkreis - Foto: Stadlmeier
Ilmmünster

„Ein Ball mit rund 450 Gästen – so etwas erlebt man nicht oft“, sagt Präsident Martin Schlicht. Alle Prinzessinnen und Prinzen aus den fünf Jahrzehnten sind geladen. „Wir rechnen mit etwa drei Viertel davon. Hoffentlich viele in ihren alten Gewändern. Das wird großartig“, fügt er an. Viele Ehemalige werden kommen; und die aktuellen Narrhalla-Verantwortlichen sowieso.

Der Fasching hat im Landkreis eine lange Tradition. Bei einem Ball in Ilmmünster wurde im Januar 1966 die Idee geboren, eine Faschingsgesellschaft zu gründen. Willi Böhm, damaliger Schulleiter von Ilmmünster, wurde zum Vater der Narrhalla. An der Gründungsversammlung im Gasthaus Eckert nahmen neben Böhm der damalige Bürgermeister Hans Summerer, Josef Westermaier senior, Franz Baumann und Hans Ebner teil. Schnell gelang es ihnen, eine Reihe von Gardemädchen zu begeistern. Und mit Anny Mitlöhner machte sich eine qualifizierte Choreografin bis zum Fasching 1978 um die Aufführungen verdient. Als erstes Prinzenpaar regierten Erika und Ludwig Esterl in Ilmmünster.

Um die Belastung einfacher bewältigen zu können, war anfangs geplant, die Narrhalla nur alle zwei Jahre mit ihrem Programm an die Öffentlichkeit treten zu lassen. Doch schon nach der ersten Pause wurde 1969 beschlossen, jährlich aufzutreten. Und so wurde fortan Jahr für Jahr ein Prinzenpaar inthronisiert – und die Garde begeisterte mit ihren Auftritten das Publikum im ganzen Landkreis. Nur kleine Lücken weist die Prinzenpaar-Liste auf. 1977 wurde wegen der Ölkrise pausiert, 1982 wegen des Iran-Irak-Krieges, 1991 wurde der Fasching wegen des Golfkriegs ausgesetzt.

Lediglich sieben Präsidenten führten die Narrhalla durch gute und weniger gute Zeiten: Nach Willi Böhm waren Hans Ebner (1970 bis 1972 und 1975 bis 1987), Thomas Plöckl (1973/74), Zoltan Skrivan (1988 bis 1993), Fritz Schiller (1994 bis 2005), Peter Rapp (2006 bis 2013) am Ruder. Seit drei Jahren hat Martin Schlicht das Sagen. Unterstützt wird er im Vorstand von Marion Summerer und Piet Mooiman, Alexander Völkl, Peter Rapp und Alfred Kopp, der als Hofmarschall bei Auftritten das Gesicht der Narrhalla ist – zusammen mit 13 weiteren Elferräten.

Geändert hat sich im Laufe dieser 50 Jahre allerhand. Los ging’s im früheren Fuchssaal in Ilmmünster. Als der Saal zur Diskothek „Zum Sepp“ umgebaut wurde, war kein Platz mehr für die Narren. Diese suchten sich ihre neue Bleibe beim Schrätzenstaller in Hettenshausen. „Wo wir bis heute prima aufgehoben sind“, wie Schlicht anfügt. Die Vereine organisieren heute zwar kaum noch Faschingsbälle. „Es gibt einige große Partys. Aber alles andere lässt sich nicht mehr finanzieren. Die Menschen sind nicht mehr so faschingswütig“, fügt Piet Mooiman an. Trotzdem erlebt der klassische Schwarz-Weiß-Ball seit einigen Jahren eine Renaissance. „Die Leute wollen sich wieder rausputzen, sehen und gesehen werden – und gepflegt tanzen.“

Für die Narrhalla ist diese Neuausrichtung kein Problem. Sie hat heute mehr Auftritte denn je – und setzt zum Jubiläum auf Bewährtes. „Wir haben ein tolles Prinzenpaar. Das Programm ist typisch Narrhalla und wirklich toll“, sagt der Präsident.

 

n Samstag, 16. Januar: Pfaffenhofener Stadtball im Stockerhof um 20 Uhr, Einlass 18.30 Uhr. Es gibt noch Restkarten in der Geschäftsstelle unserer Zeitung am Hauptplatz.

 

n Sonntag, 17. Januar: Kinderball beim Schrätzenstaller; nur Tageskasse ab 13 Uhr, Beginn um 14 Uhr.

 

n Sonntag, 24. Januar: Gardetreffen beim Schrätzenstaller; nur Tageskasse ab 11.30 Uhr, Beginn um 13 Uhr.

 

n Sonntag, 7. Februar: Kinderball beim Schrätzenstaller; nur Tageskasse ab 13 Uhr, Beginn um 14 Uhr.

 

n Dienstag, 9. Februar: Kehraus beim Schrätzenstaller in Hettenshausen; freier Eintritt ab 18 Uhr, Beginn um 19.30 Uhr.