Dienstag, 16.03.2010 |

 

20.11.2009 18:51 Uhr | 142x gelesen
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Herker: "Fast eine feindliche Übernahme"


Bild: Herker:

Pfaffenhofen (mha) Die Pendler dürfen darauf hoffen, dass der Parkplatznot am Pfaffenhofener Bahnhof auf lange Zeit ein Ende gesetzt wird. Grundsätzlich grünes Licht gab der Pfaffenhofener Stadtrat am Donnerstag in nicht öffentlicher Sitzung für den Kauf oder die Anpachtung eines Grundstücks in Bahnhofsnähe.


Wie vom Pfaffenhofener Kurier berichtet, hat Bürgermeister Thomas Herker zwei Areale an der Hand, deren Eigentümer Bereitschaft zur Überlassung ihrer Grundstücke signalisiert haben. Das erste mit einer Größe von rund 10 000 Quadratmetern befindet sich in nur zwei Gehminuten Entfernung zum Bahnhof und bietet Parkraum für bis zu 220 Autos. Ein Kauf des Areals wäre laut Herker die favorisierte Lösung – vorausgesetzt die Stadt erhält eine staatliche Förderung. Alternativ dazu könnte die Stadt als Zwischenlösung das zweite Grundstück im Bereich des Biomasse-Heizkraftwerks auf fünf Jahre begrenzt pachten. Dieses Areal wäre mit rund 4000 Quadratmetern groß genug für etwa 130 Parkplätze.

Auf Antrag der CSU-Fraktion wurde noch vor der Behandlung der Grundstücksangelegenheit hinter verschlossenen Türen in öffentlicher Sitzung kurz informiert. Rathauschef Thomas Herker wies darauf hin, dass er mittelfristig keine andere Lösung für das Parkplatzproblem sehe. Zwar hätte die Bahn nach zähen Verhandlungen erstmals einen konkreten Termin für eine Lösung auf ihrem Grund in Aussicht gestellt, doch sei dies erst 2013. Für Herker eine zu lange Zeit, vor allem wenn man wisse, wie die Bahn oft mit Zusagen und Absprachen umgeht.

Florian Schranz (CSU), im Stadtrat Referent für Verkehr und ÖPNV, begrüßte in der Sitzung – wie auch in einer parallel herausgegebenen Pressemitteilung der CSU-Stadtratsfraktion – die Initiative von Bürgermeister Thomas Herker. Er sicherte dem Rathauschef die Unterstützung von Seiten der CSU zu, auch in den Bemühungen um Zuschüsse des Freistaats. Unabhängig davon trete die CSU aber weiter für den Bau einer Hochgarage am Bahnhof ein. Die jetzt beabsichtigte Zwischenlösung entspreche im Übrigen, so Schranz, genau dem Antrag, den er am 9. Juli 2009 im Stadtrat eingebracht habe.

Auf diese Anmerkung reagierte Bürgermeister Thomas Herker allerdings allergisch: Es gleiche fast einer "feindlichen Übernahme", wenn die CSU das Parkplatzthema am Bahnhof so für sich besetze. Wenn man ihm einen Fehler vorwerfen könne, so der Rathauschef, dann nur, dass er einmal öffentlich gesagt habe, die Schaffung von Parkplätzen in Bahnhofsnähe dürfe nicht allein zu Lasten der Kreisstadt gehen. Schließlich kämen mehr als die Hälfte der am Bahnhof parkenden Pendler aus den umliegenden Gemeinden.

"Aber niemand kann mir vorwerfen, dass ich nicht will und nichts getan habe", so Herker. Der Bürgermeister verwies auf die zahlreichen Verhandlungen, die er mit der Bahn geführt habe, und auf die bereits seit Monaten laufenden Verhandlungen mit den beiden Grundeigentümern für die jetzt gefundene Lösung.

Nun müsse man schnellstmöglich die Zuschussfrage und die Finanzierung klären. Beim Kauf des großen Grundstücks wäre nach Herkers Ansicht auch das Thema Hochgarage erledigt. Damit könnte der hochgerechnete Bedarf von 220 zusätzlichen Stellplätzen (mit Freiräumung der umliegenden Straßen und Puffer) bis zum Jahr 2020 gedeckt werden.

Von Manfred Hailer


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