Gerolsbach: Mal leuchtend, mal zart
Kräftige Farben kennzeichnen nicht nur die Bilder von Sabine Schmidmeir (rechts), sie finden sich auch in dem Blumenstrauß, den Laudatorin Gerti Schwertfirm (links) ihr überreichte. - Foto: Böhm
Gerolsbach

"Zeichnen ist die Kunst, Striche spazieren zu führen" - dieses Zitat von Paul Klee hatte die Malerin Sabine Schmidmeir auf ihre Einladungskarte zur Vernissage gedruckt. Am vergangenen Freitagabend konnte man dann in den Räumen des Gerolsbacher Rathauses ihre Werke betrachten und das eigene Auge und die Gedanken von Landschaften und Impressionen, geprägt von südlichen Regionen, spazieren gehen lassen. Freunde und Kunstinteressierte waren gekommen, unter ihnen auch der Hausherr, Bürgermeister Martin Seitz, und Josef Priller, Dritter Bürgermeister des Marktes Hohenwart, in dessen Rathaus Schmidmeir arbeitet, mit seiner Ehefrau Waltraud. Laudatorin Gerti Schwertfirm, stellvertretende Bürgermeisterin von Gerolsbach, hob die Polarisierung von einerseits sehr kräftigen, leuchtenden Farben und andererseits ganz zarten Farbnuancen in den Werken von Sabine Schmidmeir hervor, einer Künstlerin, die sich im Laufe der Jahre an zahlreiche Techniken herangewagt und somit ganz unterschiedliche Werke geschaffen hat.

Und sie zeichnete auch ein Bild von der Person Sabine Schmidmeir, die selbst viele Facetten hat: Beruflich im Vorzimmer des Bürgermeisters im Markt Hohenwart eine "tragende Säule", ist sie im Verein als Übungsleiterin für Herzsport, Wirbelsäulengymnastik und Nordic Walking engagiert, hat Damen- und Mutter-Kind-Sport ins Leben gerufen und ganz nebenbei auch noch eine große Familie mit mittlerweile drei Enkelkindern.

Etwas von alledem Losgelöstes und für sich Stehendes ist dabei in ihrem Leben das Malen. Über die Teilnahme an einem VHS-Kurs der Gemeinde Hohenwart entdeckte sie vor vielen Jahren ihre Liebe zum Malen. Seither arbeitet sie an der Verbesserung ihrer Technik, lernt Neues kennen, probiert aus, verwirft und nimmt neuen Anlauf.

Es wuchs, so Gerti Schwertfirm, der "Wunsch nach erweiterten Ausdrucksformen, nach einer Professionalisierung des eigenen künstlerischen Vermögens". Es folgten weitere Kurse und Fortbildungen, Ausstellungen in Banken, bei der Schrobenhausener Zeitung, im Finanzamt Pfaffenhofen sowie bei den Kunstausstellungen in Hohenwart und Waidhofen. "Und nun freuen wir uns, dass sie heute hier in Gerolsbach ist", so Schwertfirm weiter.

Werke in Acryl, Öl, Kreide, Bleistift und Aquarell gibt es nun in den nächsten Wochen im Gerolsbacher Rathaus zu sehen. Auf reges Interesse stieß auch ein Werk, das auf eine Gipsplatte aufgetragen wurde und dabei italienischen Freskomalereien nachempfunden ist.

Anderes, wie zum Beispiel die Marmomehl-Technik oder die Verwendung von Resin, einem Gießharz, sind noch nicht ganz reif für die Öffentlichkeit. Es bleibt also spannend. "Ihre Bilder sprechen ihre eigene, eine klare Sprache", sagte Gerti Schwertfirm über die Künstlerin.

Es sind Bilder von idyllischen Landschaften, florale Blütenträume, Akte, Stillleben. Mal leuchtend und strahlend, mal eher an verträumte, märchenhafte Motive erinnernd. Hier spiegeln sich Ruhe und Geborgenheit, Freude und Mühen gleichermaßen.

Die Werke von Sabine Schmidmeier können nun bis in den Herbst hinein zu den Öffnungszeiten des Gerolsbacher Rathauses besichtigt werden. Anlässlich des Gerolsbacher Bürgerfestes ist das Rathaus am kommenden Samstag von 17 bis 20 Uhr geöffnet. In dieser Zeit kann auch die Ausstellung besucht werden.