Wobei als "alle Ärzte im Ort" noch zwei übrigblieben. Und als dann am Freitag nach Fronleichnam auch noch die dritte Allgemeinarztpraxis geschlossen blieb, stand vor Ort nur noch ein Mediziner zur Verfügung - was bei so manchem Geisenfelder, der an diesem Tag einen Arzt benötigte, auf Unverständnis stieß. "Sprechen sich die denn nicht ab" war eine des Öfteren zu hörende Frage.

Die einzige Geisenfelder Praxis, die am Freitagvormittag geöffnet hatte, war die von Olaf Ruchnewitz. "Es herrschte schon enormer Andrang", erzählt dieser, wobei zum Glück keine komplizierteren Fälle dabei gewesen seien, "so dass wir alle Patienten ganz gut versorgen konnten" - wenn auch zum Teil mit längerer Wartezeit.

Ruchnewitz weiß aus Erfahrung, warum es gerade in den kürzeren Schulferien oft etwas eng wird bei der Hausärzteversorgung. "Viele Praxen haben Mitarbeiterinnen mit Kindern, für die es in den Ferien ja keine Betreuung in der Schule gibt." Andere Mitarbeiterinnen möchten die Ferien nutzen, um mit ihren Familien in den Urlaub zu fahren, und gerade bei den kürzeren Ferien unter dem Schuljahr wie etwa zu Pfingsten sei das Zeitfenster hierfür halt recht klein, so Ruchnewitz. Dennoch: "Zwei Arztpraxen sollen in einer Stadt von der Größe Geisenfelds immer geöffnet haben", meint er.

Und dies, so sagt sein Kollege Walter Dolleschel zu dem Thema, "ist eigentlich auch der Regelfall". Nur bei Brückentagen sei es auch schon in der Vergangenheit - als es vor Ort nur drei Allgemeinmediziner gab - hin und wieder vorgekommen, dass nur eine Praxis geöffnet hatte. So wie am vergangenen Freitag, als dann am Nachmittag ab 13 Uhr die Praxis Fleige Notfallsprechstunde hatte.

Zu der laut gewordenen Frage nach einer Absprache unter den hiesigen Ärzten erläutert Dolleschel das schon seit Längerem geltende Prozedere: "Bei einem geplanten Urlaub von einer Woche oder länger schickt jeder Arzt ein Rundfax an alle seine Kollegen vor Ort, und zwar mit einem Vorlauf von etwa drei Monaten." Jeder Geisenfelder Mediziner wisse also rechtzeitig, "was die Kollegen urlaubsmäßig so planen", sagt Walter Dolleschel. Sollten sich bei den verschiedenen Urlaubsplanungen größere Überschneidungen ergeben, "rufen wir uns zusammen und suchen nach einer Lösung". Dann müsse halt immer mal ein anderer zurückstecken, um zu gewährleisten, dass im Regelfall stets zwei Praxen vor Ort zur Verfügung stehen.

So werde es auch in den bevorstehenden Sommerferien gehandhabt, verspricht Dolleschel auch im Namen seiner Kollegen. Die jeweiligen Urlaubsplanungen seien untereinander bekannt und so aufeinander abgestimmt, dass sich niemand in der Bevölkerung Sorgen über eine eventuelle Unterversorgung machen müsse. Im Vergleich zu anderen Orten dieser Größe sei Geisenfeld diesbezüglich gut ausgestattet.