Geisenfeld: "Wenn Musik die Liebe nährt"
Christian Weber begleitete die Ilmtaler Sänger auf der Zither und glänzte auch mit einem Solo.
Geisenfeld

„Mit ein bisschen Stolz“ schaue man auf drei Jahrzehnte zurück, gestand die Vorsitzende des Sängervereins, Gerda Huber, mit Blick auf „ein Konzept, das sich über die Jahre bewährt hat“. Ihr besonderer Dank richtete sich nicht nur an Stadtpfarrer Thomas Stummer und Mesnerin Marita Frank für die Bereitstellung und das Schmücken des Kirchenraumes, sondern auch an die befreundeten Gruppierungen, die jeweils maßgeblich bei der Gestaltung des Konzertes mitwirken – allen voran an die Stadtkapelle, die wie Huber betonte, als einzige von Beginn und ohne Unterbrechung mit dabei ist.

Unter der Leitung von Joachim Maßow begrüßte das Bläser-Ensemble die Zuhörer von der Empore herab mit den getragenen Klängen des von Beethoven vertonten Gotteslobes „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“. Die Brücke zur Moderne schlugen die Interpreten später mit dem „Millenium Song“ und Leonard Cohens ergreifendem „Halleluja“.

Zarte Arien, einen Weihnachts-Boarischen sowie Melodien der Frauenhofer Saitenmusik nebst dem Grafenmenuett (Solist an der Harfe: Markus Vogl) brachte die Lohwindener Stubenmusi sanft, präzise und voll wohliger Fröhlichkeit zu Gehör.

Ebenfalls dem „himmlischen“ Saiteninstrument hat sich das Duo Verena und Vanessa Wagner verschrieben. Sie verliehen dem Programm eine deutlich romantische Note, hatten sie doch Solveigs Lied von Edvard Grieg sowie Claude Debussys perlendes „Claire de Lune” mitgebracht. Mit „Cambria“ ließen sie zudem John Thomas‘ Liebeserklärung an dessen walisische Heimat erklingen. Ganz der alpenländischen Tradition verhaftet sangen die Ilmtaler Sänger mit den einfachen Worten des Volkes vom Wunder der Weihnacht, das ausgehend vom Appell des Engels an Maria „Vor mir brauchst di net fürchtn“ zur frohen Botschaft wird, die „der Steuerbot“ auch den einfachen Menschen verkündet.

Christian Weber, der den männlichen Dreigsang an der Zither begleitete, glänzte überdies mit dem Solo „It‘s just a simple love song“ von Laurens van Rooyen. „Wenn Musik die Liebe nährt, dann spielt weiter“ – diesem frei übersetzten Appell des niederländischen Komponisten mochte man sich angesichts der Beiträge des Abends gerne anschließen.

Der gesungene Wunsch des Frauenchores unter der Leitung von Gerda Huber „Macht’s Frieden und duad’s eich verdrogn“ war sicher so manchem angesichts der derzeitigen Weltlage aus dem Herzen gesprochen. Mit Liedern wie der „Advent is a Leuchtn“ ließen die Sängerinnen das Licht der christlichen Hoffnung aufleuchten, so dass man im Geiste gerne das altbekannte „Jetzt fangen wir zum Singen an“ mitsummte.

Voller Harmonie und mit ansprechender Dynamik bescherte schließlich die Chorgruppierung Maggies Moderne unter der Leitung von Margit Mooser den Zuhörern so manchen Gänsehaut-Moment. Und das bisweilen ganz ohne Worte – wie im himmlischen Adventjodler. Gerne ließ man sich wie ein Kleinkind zu Andrea Figallos Christmas Lullaby zumindest für die Dauer eines Liedes in Geborgenheit wiegen oder stimmte in die vierte Strophe von „Sing‘ ma im Advent“ ein, bevor – wie immer wenn es Weihnacht wird – zum Abschluss eines bewegenden Konzertes die „Heilige Nacht“ erklang.