Geisenfeld: Siedlungen kommen als Letztes dran
Bereit für das große Schneien: Hans Koschitschek und Verena Raith mit dem größten Geisenfelder Räumfahrzeug. - Foto: Ermert
Geisenfeld

130 Kilometer lang sind die Straßen der Großgemeinde. "Wenn es kräftig schneit, können wir nicht überall gleichzeitig sein", räumt Koschitschek ein. Entsprechend wichtig ist ihm die Prioritätenliste, die von seinen zehn Mitarbeitern, die am Steuer der fünf Räumfahrzeuge sitzen, und dem sechsköpfigen Fußtrupp abgearbeitet wird. "Wenn unser Späher um 3 Uhr früh merkt, dass es brenzlig wird, schlägt er Alarm", berichtet er. "Dann geht's los", setzt Verena Raith die Erzählung fort. Die stark befahrenen Einfallstraßen, Brücken und Steigungen, sensible Bereiche rund um die Rettungsleitstelle, die Feuerwehr, das Altenheim, den Busbahnhof, die Schulen und Kindergärten werden wie der Stadtplatz zuerst geräumt. Dann geht es in die Industriegebiete. Die Siedlungen kommen als Letztes dran. Was nicht heißen soll, dass diese die Bauhofmitarbeiter nicht interessieren. "Aber da lauern die wenigsten Gefahren. Darum wird dort auch nicht gestreut. Außer bei Blitzeis - dann hilft alles nichts."

Das Gebot, in Wohngebiete erst bei einer Schneedecke von zehn Zentimetern zu fahren, gilt nach wie vor. Trotzdem waren die Räumfahrzeuge vergangenes Wochenende überall unterwegs. "Wenn wir es schaffen, packen wir alles, auch die Siedlungen", sagt Koschitschek. Aber wenn der Schnee überhandnimmt, müssen sich die Bürger gedulden. "Es gibt Bereiche, die gehen vor."

Das Gute am Probelauf: Alles hat geklappt. "Wir hatten auch keine einzige Beschwerde. Ein gutes Zeichen", meint Raith. In diesen Tagen soll die weiße Pracht in die Holledau zurückkehren. Dann wird sich zeigen, ob der Geisenfelder Bauhof gerüstet ist. "Sind wir", versichert Koschitschek. Über 500 Tonnen Salz lagern im Bauhof. Mehr als die Geisenfelder beim strengsten denkbaren Winter auf den Straßen verteilen könnten.

Split wird übrigens kaum noch gestreut. "Das bringt nicht viel", meint Koschitschek. Weil die Steinchen schnell von der Fahrbahnmitte an die Ränder wandern - und dort ihrerseits wieder eine Gefahr darstellen. "Sie machen Dreck. Und werden sie von den Reifen in die Luft geschleudert, beschädigen sie den Lack oder gar die Windschutzscheiben nachfolgender Autos." Diese Nachteile will das Bauhofteam vermeiden.

Salz sei allerdings auch nicht die Lösung aller Probleme, fügt Verena Raith an. Erstens verliere es ab acht Grad minus seine Wirkung. Und zweitens seien die Nachteile für die Umwelt nicht zu unterschätzen. "Die Tiere leiden. Und es geht langfristig ins Grundwasser." Was nicht sein dürfe, dass dies nur wegen der Wünsche der Autofahrer geschehe.

So gilt laut Koschitschek und Raith in den kommenden Monaten vor allem eines: Rücksicht und Vorsicht, dazu ein sparsamer Einsatz des Autos, sobald es schneit. "Wir haben einen guten Trupp und werden von der Stadt super ausgestattet", dankt Koschitschek "denen im Rathaus". Und er hat einen Wunsch: "Bitte nicht so viel schimpfen. Wir geben immer unser Bestes."